Donnerstag, 20. November 2014

Von Eulen, Sandsteinen und Löchern


"Ich freue mich, dass es Eulen gibt", sagt Henry David Thoreau. Und er nennt sie die geflügelte Schwester der Katze. "Nur ein kleiner Schlitz blieb zwischen den Lidern, wodurch sie eine halbinselförmige Verbindung zu mir behielt. So blinzelte sie nach mir aus dem Land der Träume und versuchte, den verschwommenen Gegenstand oder das Augenstäubchen, das ihre Vision unterbrach, zu realisieren. Endlich wurde sie, bei etwas lauterem Geräusch oder einer Annäherung meinerseits, unruhig und drehte sich faul auf ihrem Sitz herum, als ob sie über die Störung ihrer Träume ungeduldig würde. Als sie dann mit langsamem Flügelschlag durch die Tannen davonflog, wobei sie ihre Flügel zu überraschender Weite ausbreitete, konnte ich von ihnen auch nicht den leisesten Ton vernehmen. Bei ihrem Flug durch die Tannenzweige wurde sie mehr durch das zarte Gefühl, mit welchem sie ihre Umgebung erkannte, als durch das Gesicht geleitet. Mit ihrem sensitiven Schwingen tastete sie sich durch die Dämmerung hindurch zu einem neuen Ruheplatz, wo sie in Frieden den Anbruch ihres Tages erwarten durfte..."

Henry David Thoreau, Walden



Seit ich hier im Norden wohne, und vor allem seit ich als Schatzsucher auch regelmäßig abseits der Wege und Pfade unterwegs bin, begegne ich ihr immer wieder. Selten bekommt man sie zu Gesicht. Meistens nur, wenn man sie irgendwo am Tage stört und sie plötzlich auffliegt, ja, mit überraschend breiten Schwingen. Aber auch ihren Ruf in der Dämmerung oder in der Nacht höre ich immer wieder. Meistens ist es dann der Waldkauz mit seiner eindringlichen Stimme. Um den schauerigen Ruf eines Uhus zu hören, muss man nicht einmal tief in den Wald gehen...

Und als hätte er das alles gewusst, so hat mir der BuchJo bei meinem letzten Besuch in Berlin doch tatsächlich ein Eulenbüchlein in die Hand gedrückt. :-) Eines dieser Kleinode, die den Verlagen hin und wieder gelingen, ein bisschen unscheinbar, doch mit überraschend breiten Schwingen...






Ein kleines Bilderbuch von unserer Reise nach Sachsen und Tschechien habe ich nun auch in die Wolken hochgeladen. Ach, schön war das! Denn wir hatten nicht nur Glück mit dem Wetter, auch das Essen war lecker. Allerdings kommen die Tschechen manchmal auf die weniger glorreiche Idee, im Herbst einfach an den spannendsten Stellen die Wanderwege mit dicken Eisengittertüren zu verschließen. Tja, was einem alles passieren kann, wenn man eine Reise tut...





I det här inlägget berättar jag om ugglor - "kattens bevingade syster" - och om en liten ugglebok samt om vår resa till Sachsen och Tjeckien. Och naturligtvis finns ett gäng bilder att beskåda, ja, för alla som ännu inte tröttnat på alla dessa foton med klippor, träd, lavar och mossor på... ;-)


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Vor vielen, vielen Jahren - die Felsenbühne Rathen - der "Freischütz".
Die Natur spielte mit bei der Aufführung, pünktlich zum Schuss des Protagonisten tauchte der Mond hinter den Felsen auf. Und alles klatschte Beifall.

Eine wunderbare Kulisse in einer wunderbaren Landschaft.

Lieben Gruss

Welle

Keri hat gesagt…

Aaahh, der Freischütz und diese Kulisse - ja, das kann ich mir prima vorstellen! :-)

Herzliche Grüße übers Meer
Keri