Freitag, 18. April 2014

Kulturschock?


Im Völkerkundemuseum in Berlin-Dahlem ist das Christentum gleich neben der Südsee. So war es jedenfalls, als die Kinder noch in die Grundschule gingen und wir manchmal dort waren, vor allem im Winter bei Schietwetter. Im Saal mit der Südsee gab es ein Südseeboot, auf dem man rumklettern konnte und eine große Südseehütte, in die man reingehen konnte, außerdem lustige Figuren mit riesigen fruchtbaren Körperteilen und breit grinsenden Gesichtern, aus Holz und bunt angemalt. Wenn wir dann die Südsee hinter uns ließen und durch den Saal mit dem Christentum zum Ausgang oder zum Café gingen, dann fragten die Kinder immer: Warum sehen denn hier alle so traurig aus? Und zum Rumklettern oder Reingehen gab es auch nix...

Heute haben die Christen ihren traurigsten Tag, und merkwürdigerweise will Herr Möwe immer an genau diesem Tag in eine Kirche gehen, um traurige Musik zu hören. Meistens ist es Pergolesis Stabat Mater, aber die konnte ich dieses Jahr in keiner der vielen Kirchen finden, und da geht es dann genauso gut mit Haydns Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze, ein Werk, das - mit einer kurzen Ausnahme - nur aus langsamen Sätzen besteht. Ich finde aber, dass es Haydn ganz prima gelungen ist, weil man von der Musik nämlich gar nicht traurig wird, sondern nur ruhig und nachdenklich. Und wenn dann noch die Frühlingssonne abends durch die bunten Kirchenfenster in der kleinen Holzkirche scheint und ein schmucker junger Pfarrer in einem Fleecepullover im schönsten Göteborg-Dialekt die Jesu-Worte spricht, dann ist es fast wie in der Südsee... oder wie in einer ganz anderen Zeit.



Das Kirchlein damals...


Efter att jag läst "Simon och ekarna" tycker jag ännu mera att jag har hamnat i precis den stadsdel som passar mig bäst. Här finns ganska mycket kvar av det gamla och även människorna tycks inte ha förändrats mycket, politiskt menar jag, för här bor ju många som röster grönt eller vänster, ja, här är det faktiskt som grönast och vänstrigast i hela landet.

Idag satt vi i Landala kapell för att lyssna på Jesu sju ord på korset, ett väldigt vackert stycke, trots att det nästan uteslutligen består av långsamma satser, eller kanske är det därför det är så vackert? Kvällssolen sken genom de färggranna kyrkofönstren och en ung präst i fleecetröja läste de sju orden, i bred göteborgska. Efteråt visste jag inte riktigt i vilken tid jag befann mig. Men det räckte ju att komma ut ur kyrkan, för då visste jag...



... und heute. 


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