Dienstag, 15. April 2014

Hummelig


Herr Möwe hat es gerade nicht so leicht zu Hause, denn Keri hat den Frühlingskoller. Dieses Jahr ist es irgendwie besonders schlimm. Vielleicht liegt es daran, dass ich nun mein Bergfest schon hinter mir habe und das Gefühl, die Frühlinge kommen immer dichter. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir dieses Jahr keinen richtigen Winter hatten und dass der Frühling in diese Lücke in meinem Jahreszeitempfinden nun nicht reinwill und ein bisschen rumspinnt. Oder vielleicht sind es auch nur die (hoffentlich) letzten Auswirkungen meiner ganz privaten Klimaveränderungen, die mich sonst eigentlich ganz gut verschont haben, abgesehen von einem gelegentlichen Achterbahnfahren im Wohltemperiertsein... ja, und dieser diffusen Sehnsucht und Rastlosigkeit, die mich immer mal heimsucht. Wie gerade jetzt im Frühling.

Da ist mir der Alltag zuwider mit seinen vielen lästigen Kleinigkeiten und Pflichten und ich will irgendwo hin, weiß aber auch nicht richtig wo. Sehr gut gefallen hatte es mir letztens bei Kati im Studentenwohnheim. Dort hat jeder sein eigenes Zimmer, wo man schön für sich sein kann, und wenn man dann doch mal Lust auf andere Menschen hat, dann setzt man sich einfach in die gemeinsame Küche. Flausen... oder?

Da versuche ich mich zu "erden", mit einem Buch, das hier bei uns an der Flussmündung spielt. Das klappt ganz gut, denn das Buch ist fesselnd und das Milieu ähnelt dem in den Romanen meiner eigenen Jugend: Arbeiterfäuste, jüdische Intellektuelle, starke Frauen. Und hin und wieder überrede ich Herrn Möwe, bei den pensionierten Hafen- und Werftarbeitern Mittagessen zu gehen. Dann brauche ich erstens nicht zu kochen mit allem drum und dran, einkaufen und abwaschen und so, und zweitens kann ich ihnen lauschen, den pensionierten Proletariern, ihrer Sprache, ihren Gesprächen. Das "erdet" auch...

Und dann kriege ich Post von lieben Menschen, die ihn wohl irgendwie ahnen, meinen Frühlingskoller oder vielleicht sogar selbst etwas hummelig sind. Der Buch-Jo schickt mir ein Gedicht, ein selbstgemachtes. Der Mossegosse schickt mir ein Bild mit roten Häusern drauf und liebe Ostergrüße. Und die Welle von der Ostsee schickt mir Mut.

Alles wird gut. :-)


Und jetzt radle ich erstmal raus ans Meer.


* * *


Ibland går vi till Sandarnas Dagcentral för att äta lunch, antigen på en tisdag eller på en fredag, för då ligger det alltid någon fiskrätt på tallriken. En sådan dag slipper jag jobba i köket själv - och jag får dessutom uppleva riktiga gamla majgrabbar: sjöfartsfolk, hamn- eller varsarbetare, minst 70 år, ofta äldre. Då spetsar jag öronen för att snappa upp lite: hur de talar och vad de snackar om. För trots att det hänger en affisch om "iPad-rådgivning för seniorer" där i foajén, så talar de inte om appar eller om facebook. De pratar om maten, precis den som ligger på tallriken, om någons båt eller bil, om fotboll eller bandy, om fiske, om barnbarnen. Utöver varmrätten brukar de alltid äta knäckebröd och många av dem dricker mjölk. Och de pillar aldrig på någon pekskärm medan de talar med varandra.



Frohe Ostern!





an den frühling

dein wandel ist so mächtig..
so nimm mich mit und wandle mich
sei zauberer an mir
ich lieb das leben.. liebe dich

bis gestern hielt die eiche
die längstvergangnen blätter
kam da der frühlingssturm hernieder
bringt allem blühn sein großes wetter

und wie durch wunderzauber
seh ich sein blattgrün heut
komm leben ruft der täuber
und keine liebe.. nichts bereut

dein wandel ist so mächtig


joachim kohs

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hi hi, das geht mir in diesem Jahr ganz genauso mit dieser Frühlingsunruhe und ich hatte doch noch gar nicht Bergfest... lieben Karfreitagsgruß von unserem blühenden Hinterhof im PB

Keri hat gesagt…

Na dann - fröhliche Frühlingsgefühle! :-)

Sei gedrückt - und grüß die Katze
Keri