Mittwoch, 27. November 2013

Es novembert fleißig


In der Straßenbahn wird fröhlich gehustet und geniest, und es ist Hochsaison für allerhand Schnupftücher und Halskaramellen. Ich habe jedoch den Herbstangriff der immer wieder einfallsreichen Kleinstlebewesen überraschend glimpflich überstanden. Nur eine gute Woche Husten, ein Kammerkonzert, zu dem Herr Möwe allein gehen musste und eine ausgefallene Monatssitzung bei den Naturschützern, weil wegen der Herbstseuche keine beschlussfähige Mehrheit aufzubringen war. Aber ansonsten keine größeren Bekümmernisse. Sogar das Montagskino musste wir nicht weglassen, auch wenn es einmal wegen des schlechten Wetters nicht im Freien stattfinden konnte und einmal auf den Dienstag verschoben wurde. Und am Wochenende sind wir ausnahmsweise mal nicht durch den Wald gestolpert, sondern da habe ich den ganzen Samstag brav auf meinem Hosenboden gesessen und die Hausaufgaben für einen ganzen Monat gemacht - was sich hinterher auch nicht so übel angefühlt hat.

Für das Heimkino hatte mir mein Sohn einen wunderbaren Naturfilm zum Geburtztach geschenkt mit großartigen Aufnahmen und einer Menge verblüffender Effekte. Darin geht es um den mitteleuropäischen Wald, und ich muss schon sagen, dass ziemlich was los ist im mitteleuropäischen Wald, sowohl bei den ganz Kleinen als auch bei den ganz Großen. Dramatische Dinge spielen sich dort ab, wenn man genauer (und mit der entsprechenden Technik) hinguckt. Ein toller Film, den ich unbedingt auch meinem, nun ach so fernen Enkel nahebringen muss. Nur die Musik und die Kommentare fand ich teilweise ein bisschen zu dick aufgetragen...







Wie wildreich er sein kann, unser mitteleuropäischer Wald, das hatte ich ja schon als Teenie erfahren, als ich mit einem Jungen aus dem dritten Lehrjahr in Honeckers Staatsjagdgebiet nach der Arbeit heimlich auf einem der vielen Hochsitze saß, um eifrig herumzuknutschen, während unter uns große Herden von Wildschweinen und Rothirschen in den Sonnenuntergang zogen. Merkwürdigerweise hieß er mit dem Nachnamen Kotenbeutel, der Junge aus dem dritten Lehrjahr, wurde aber von allen nur zärtlich "Kacktasche" genannt. Ein lustiger Kerl mit wilden Haaren und kühnen Augen, der mir zuerst unbedingt das Reiten beibringen wollte. Als ich mich dabei als absolutes Anti-Talent erwiesen hatte, stiegen wir schon alsbald aufs Moped und auf Honeckers Hochsitze um, in einem besonders wildreichen Gebiet, das normalerweise abgesperrt war, zu denen der Junge aber ein paar Schlupflöcher kannte. Na, da war ich ja in meinem Element - und schwupps hatte er mein kleines Herz und die großzügige Erlaubnis zum Herumknutschen... Ja, irgendsoeine uralte Saite ist also angesprungen, als ich den Film über den mitteleuropäischen Wald gesehen habe, zusätzlich zu dem vielen Staunen über all das Leben und Sterben, die vielen kleine und großen Schicksale. Und dafür danke ich meinem Sohn ganz herzlich! :-)



Auf dem Reiterhof in Lichterfelde, Sommer 1981



Ansonsten novembert es so vor sich hin. Die Bäume habe keine Blätter mehr, und in der Stadt kriegen sie zum Trost dafür allerhand Weihnachtskrempel drangehängt. Mal schleichen sich zaghaft ein paar Minusgrade an, so dass man fröhlich auf den Pfützen schlittern kann, aber meistens ist es feucht und um die fünf Plusgrade herum ungemütlich. Ich lese viel, große, dicke und kleine, weniger dicke Bücher, wobei eines der kleinen, weniger dicken eine große Überraschung war. Vielen Dank also an die klugen Damen und Herren in Stockholm für diesen wirklich gelungenen Buchtipp des Jahres!





Om jag någon gång skulle få en tidsmaskin i julklapp, då skulle jag inte resa så jättelångt tillbaka i tiden, inte till Big Bang alltså och inte till dinosaurierna heller. Då skulle jag vilja veta hur skogen såg ut innan människan kom in på scenen. Skogen i Mellaneuropa alltså, för här i Norden fanns det ju framför allt is under de senaste två miljoner åren. I födelsedagspresent fick jag nämligen, nej ingen tidsmaskin, men en väldigt intressant naturfilm, som handlar om skogen i Mellaneuropa. I denna film kan man ana lite hur denna skog såg ut för 100.000 år sedan - och den ger mig fortfarande fina gröna bilder, trots att träden utfanför fönstren är alldeles kala.





Kommentare:

Per Blomkvist hat gesagt…

Too much happiness hab´ich gerade in Originalfassung gelesen. Super, aber duester!
Wie ist´s mit Dir, Keri?
Liebe,liebe Gruesse!
Per

Keri hat gesagt…

Ja, das nächste von ihr probiere ich dann auch mal auf Englisch... Gute Idee.

Und sonst? Ganska happy, men inte too much, så att säga. ;-) Aber auf keinen Fall düster!

Hoffentlich kommt bald Schnee. Dann können wir wieder mal Skilaufen.

Liebe Grüße aufs Hochland
Keri

krakri hat gesagt…

Kram aus Uppsala! :D

Keri hat gesagt…

Hej, ihr drei Mäuse dort oben im Norden! :-)

Seid ihr vielleicht über Weihnachten / Neujahr auch mal an der Westküste oder in der Nähe?

Dann müssen wir uns unbedingt sehen!!!

Liebe Grüße
Keri & Co.