Mittwoch, 4. September 2013

Schwedische Hochzeit


Normalerweise werden schwedische Hochzeiten ja heutzutage live im deutschen Fernsehen übertragen, aber es scheint auch gewisse Ausnahmen zu geben. Ich war nämlich am Samstag auf einer - und sogar auf einer mit ziemlich vielen Gästen - aber die wurde zum Glück nicht im deutschen Fernsehen übertragen. Sonst hätte ich auch gar keine Lust, hier darüber zu schreiben, denn schwedischen Hochzeiten, die im deutschen Fernsehen übertragen werden, die interessieren mich überhaupt nicht.

Der lange Möwensohn und seine süße Verlobte waren die Glücklichen und es gab, wie gesagt, haufenweise Zeugen. Echte Trauzeugen und viele, viele Augenzeugen. Ich habe dann mal eine ganze Weile nachgedacht und bin schließlich zu dem verblüffenden Ergebnis gekommen, dass dieses meine erste Hochzeit war nach meiner eigenen vor vielen tausend Jahren. Ansonsten bin ich immer nur zu Begräbnissen eingeladen worden, zu überdurchschnittlich vielen Begräbnissen, wie ich finde. Was für eine düstere und ungerechte Statistik!

Erst wollte ich ein Kleid anziehen zu der Hochzeit am Samstag, aber dann habe ich lieber noch mal den Wetterbericht genauer angeguckt und der war ziemlich stürmisch, und also habe ich dann doch kein Kleid angezogen. Aus Spaß habe ich sogar mein eigenes, tausend Jahre altes Hochzeitskleid anprobiert, das mir tatsächlich noch (oder wieder) passt. Herr Möwe war ganz überwältigt und fand, ich könne es doch gerne auch auf dieser Hochzeitsfeier anziehen. Aber das fand ich nun wieder gar keine gute Idee.

Keine Ahnung, ob es nun eine typisch schwedische Hochzeit war, schließlich kann man von einer einzigen schwedischen Hochzeit noch keine Schlüsse auf alle anderen schwedischen Hochzeiten ziehen. Es gab eine große Kirche, wie in vielen andern Ländern auch, und es wurde Reis herumgeworfen, wie in vielen andern Ländern auch. Es gab eine Seefahrt und die war lustig, doch diese gibt es vielleicht nicht in allen Ländern, auf jeden Fall nicht in Österreich oder Armenien. Es gab ein kniffeliges Quiz über das Brautpaar, aber das ist sicher auch nicht typisch schwedisch. Jede Menge Wein wurde getrunken, mit und ohne Schaum, aber gar kein Schnaps, und das hat mich ein bisschen verwundert. Viele lustige und herzliche Reden wurden gehalten, so dass das Essen mit seinen drei Gängen mehr als drei Stunden gedauert hat. Die Rede von Herrn Möwe war am allerbesten, fand ich, denn er hat seine überhaupt nicht vom Blatt abgelesen wie die meisten anderen, wie sollte er auch, sondern alles kam frisch und frei aus dem Kopf und aus dem Herzen und alle waren sehr, sehr angetan.

Eine putzige Sitte fand ich jedoch besonders und vielleicht erwähnenswert. Einmal während der Feier fängt plötzlich einer damit an, mit seinem Besteck an ein Glas zu schlagen. Ist es eine Frau, dann machen auch prompt alle anderen Frauen mit, und es klingt und klingelt wie verrückt. Das ist das dann Zeichen für alle Herren, sich ordentlich in einer Reihe anzustellen, um schließlich voller Wonne die süße Braut zu küssen. Die Braut ist offensichtlich darauf eingestellt und lässt sich geduldig von all diesen vielen Männern abknutschen. Aber natürlich gibt es ebenso die umgekehrte Variante. Und so habe ich mich irgendwann dann auch brav in einer Schlange mit angestellt, um den langen Bräutigam gar herzlich abzuküssen. Das war zum Glück kein größeres Problem, denn er saß auf einem Stuhl.

Ach, wie gut, dass das alles nicht im Fernsehen übertragen wurde...






När jag flyttade till Göteborg för fyra år sedan då fick mitt blygsamma flyttlass plats i bara två personbilar, två stycken sossecontainrar visserligen, men det var ändå inte så jättemånga prylar. En cykel var med, ett större musikinstrument, två tillplattade bokhyllor och några lådor med böcker och kläder. En något igendammade låda med lite finare och lite äldre kläder packade jag aldrig upp, eftersom jag trodde att de ändå inte skulle passa efter alla dessa år. Men nu när jag blev bjuden på bröllopsfest, då öppnade jag den lådan. Det som låg överst var faktiskt min egen bröllopsklänning och när jag klättrade in i den, då passade den till min stora förvåning. Fast det kan ju ha att göra med att jag redan var mamma när jag gifte mig och då är man ju inte så jättesmal längre som i övre tonåren... Nå ja, Herr Mås tyckte i alla fall mycket om den klänningen och han ansåg att jag skulle ha på mig den under hans yngre sons bröllop. Det tyckte däremot inte jag och till sist blev det inte någon klänning alls för det blåste förfärligt mycket.

Annars var det en alldeles rolig fest med jättemånga människor, nästan som om någon prinsessa hade gift sig. Och jag tyckte att bruden i lördags var minst lika vacker som en av de där alltför avgudade prinsessorna!



* * *


Thüringen, Östtyskland, för länge länge sedan...



Kommentare:

Per Blomkvist hat gesagt…

Schön´die Braut!

Welle hat gesagt…


Entzückende schwedische Braut -
leicht verunsichert dreinschauende deutsche Braut!

Mein Brautkrönchen (1970) sah ähnlich aus - im Brautausstatter Rostock, Lange Strasse, erworben.

Lieben Gruss

Keri hat gesagt…

Die Spur einer Unsicherheit muss dem geringen Alter geschuldet sein. (Wir haben ja damals nicht bis in die Dreißiger gewartet... oder? ;-)

Wo ich meine Hochzeitsausstattung erworben habe, das weiß ich gar nicht mehr. Wahrscheinlich in der großen Jugendmode am Spittelmarkt in Berlin. Vielleicht auch in Erfurt.

Sonnige Spätsommergrüße!

Keri