Montag, 12. August 2013

Flusskrebse auf der Flucht!


Morgenmuffel bin ich noch nie gewesen und früh aufstehen macht mir auch nix aus. Und also war es kein Problem, sich am Freitag schon um 7 Uhr in der Früh am Fischereihafen einzufinden. Im Seefahrtsmuseum hatte ich nämlich gelesen, dass gerade Westseewoche ist. (Als Kind habe ich mich immer gefragt, warum es eigentlich keine Westsee gibt, sondern nur die Nord-, Ost- und Südsee. Und nun wohne ich plötzlich an genau dieser Westsee. Das ist vielleicht lustig!)

In der Ankündigung stand: "Ein Morgen im Fischereihafen - Wir schauen uns den Fang des Tages an und snacken über Fische, die Fischerei und das Meer." Außerdem sollte man sich schön warme Sachen anziehen. In meiner Vorstellung stehen wir also am Kai (wo es vielleicht ein bisschen windig ist) und wir gucken zu, wie die Fischerboote entladen werden und was so alles in den Kisten angelandet wird. Wettergegerbte Männer in blauen Pullovern und gelben Gummistiefeln, bunte Fischerboote und so weiter...

Nun ja, aber ganz so romantisch lief das ganze dann doch nicht ab, eher überhaupt nicht romantisch. Und warum wir uns warme Sachen anziehen sollten, habe ich auch erst verstanden, als wir bereits über eine Stunde in der großen Kühlhalle standen, ich natürlich nur leicht bekleidet, zwischen vielen Fischkisten und vielen Leuten, die eifrig damit handelten. Ein Fischerboot bekam ich jedenfalls den ganzen Morgen nicht zu Gesicht.

Als ich Herrn Möwe dann hinterher davon erzählte, meinte er: "Oh, bei so einer Fischauktion darf man bloß nicht im falschen Moment zwinkern oder eine Augenbraue heben. Sonst hat man plötzlich eine große Kiste Makrelen ersteigert, ohne es zu merken." Ja, natürlich war es total interessant und lehrreich, sogar lustig hin und wieder. Aber romantisch, wie gesagt, romantisch war es kein bisschen. Wahrscheinlich gibt es kein einziges Fischerboot mehr in Göteborg. Aber das werde ich noch erforschen... Vielleicht muss man da ja noch früher aufstehen.



 Fischauktion im Fischereihafen bei gefühlten 5 Grad.


 Ein dicker Seeteufel. Hässlich, aber lecker!


 Makrelen kaufe und brate ich regelmäßig.


 Rotbarsche habe ich dagegen in Deutschland viel öfter zubereitet.


Auch die Auktion selbst hatte ich mir etwas lautstarker und spektakulärer vorgestellt. Aber das hier war eher wie Pokern...


 Flusskrebse auf der Flucht!


Unser tüchtiger Guide vom Seefahrtsmuseum.


 Fast alles verkauft?


Was mir bei einem Hund auf der Straße nie einfallen würde...


Att Göteborgs fiskhamn egentligen är en handelsplats och inte något ställe där det finns gott om fiskebåtar, det fick jag lära mig i fredags. Då gick jag upp i ottan för att delta i en guidad tur i fiskhamnen. Man skulle sätta på sig varma kläder, något som jag inte gjorde förstås, för det blåste ju inte och var ganska varmt. Men efter ungefär 90 minuter inne i auktionshallen med en upplevd temperatur på högst 5 grader förstod jag varför man skulle göra det.

Nu vet jag dessutom hur man handlar fisk i störra skala. Man blinkar lite med ett öga eller höjer diskret ett ögonbryn. Och så är det inte någon som direkt ropar ut priserna, utan allting hålls ganska tyst. Två desillusioneringar samma morgon, det var inte dåligt, eller hur?



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