Mittwoch, 20. Februar 2013

Eine Junge weint nicht


Gestern waren wir beim hiesigen Blinden- und Sehschwachenverband zu einem Vortrag. Ein Psychotherapeut hatte sich angesagt, um über Menschen in Krisensituationen zu sprechen. Es war ein gestandener Mann, schon über siebzig, mit einer langen Arbeitserfahrung als Diakon, Sterbebegleiter und Berater für von Krebs betroffenen Familien. Beeindruckend fand ich seine beinahe hemdsärmlige Vortragsweise - das Thema war ja schon recht ernst - und wie gut er es geschafft hat, dass man trotzdem oft lachen musste. Irgendwie hat er es prima verstanden, seine konkreten Erfahrungen aus der Beratungs- und Therapiepraxis mit Anekdoten über allgemein menschliche Stärken und Schwächen zu würzen, und das alles in einem lokalen Dialekt, denn er ist hier in unserem Kiez im alten Majorna aufgewachsen.

Eines seiner Steckenpferde ist, wie Männer mit Krisen und Problemsituationen umgehen. Und dabei ist mir allerhand durch den Kopf gegangen... Dass es hier im Norden vielleicht noch ein bisschen mehr verpönt ist, wenn Männer Gefühle oder Schwächen zeigen. Vor allem nicht, wenn sie mit Männern zusammen sitzen und über Gott und die Welt reden. Männer, die ein Problem haben, die gehen joggen oder Holz hacken. Und wenn sie weinen, dann heulen sie heimlich.

Außerdem hat der Therapeut gestern noch das Internet angesprochen, als modernes Medium, um Krisensituationen und Probleme zu bearbeiten. Und das kann ich nur bestätigen. Mein Psychotherapeut ist die Tastatur - preiswert, zuverlässig und stets ohne auf einen Termin warten zu müssen. Ja, in meinem Blogg landet eigentlich nur das Gute und Schöne. Aber auch wenn ich mich gerade nicht so toll fühle, dann wird es in etwas Positives umgewandelt, und damit geht es mir dann auch gleich ein bisschen besser. Als es mir vor gut einem Dutzend Jahren einmal richtig mies ging, da war ich regelmäßig zu Besuch in einem weit entfernten Chat, denn dort war immer jemand, mit dem ich reden konnte.

Und dann fiel gestern auch der Name eines Mannes, von dem ich noch nicht gehört hatte: Viktor Frankl. Ja, und den habe ich mir natürlich sofort auf meine to-do-Leseliste gesetzt. Ich frage mich nur, wann ich all diese lockenden und interessanten Bücher alle lesen soll... ;-)






Igår gick vi till en SRF-temakväll och lyssnade på en äldre psykoterapeut, som pratade om människor i kris. Vad är egentligen en kris? Hur reagerar den drabbade och hur reagerar omvärlden? Hur kan man hjälpa någon som hamnat i en kris? Jag tyckte föredraget var inte bara intressant utan även gjort på ett ganska speciellt sätt: kryddat med berättelser ur hans långåriga arbete, men också med anekdoter och lokala kåserier. Inte alls teoretiskt, tråkigt eller högtravande, utan snarare underhållande, men trots allt mycket givande. Och så snackade han ju Majorna-dialekt, sa herr Mås.

Hans käpphäst tycks vara hur män reagerar i kris, något som jag själv funderat om en del. Jag tror faktiskt, det är svårare för dem än för oss kvinnor, som har lättare att prata om sina problem och svårigheter. Att hjälpa någon i kris kan man göra på olika sätt. Så här gör till exempel Kâlle när hans kompis ramlat omkull i rännstenen efter en kväll med en hel del högprocentiga drycker: Oj, du, jag kan nog inte hjälpa opp dej, men jag kan lägga mej bredvid dej...




Kal och Ada utanför Liseberg (Bildkälla)



Kommentare:

Hausfrau Hanna hat gesagt…

Wahrscheinlich hätte ich von diesem Vortrag kein Wort verstanden,
liebe Keri,
aber ich hätte gern einfach nur mit weitoffenen Ohren der Melodie des schwedischen Dialekts gelauscht :)

Und als ob es mit V.Frankl nicht genug wäre, schiebe ich noch die Bücher (sie sind zum Glück auf Deutsch erschienen!) der schwedischenglischen Psychotherapeutin/författare Patricia Tudor-Sandahl nach, die mich nachhaltig beeindruckt und beeinflusst haben. Du findest sie in meiner Blogroll!

Ich wünsche dir mit deinem Blog weiterhin positive und schöne Erfahrungen,
varma hälsningar
Hausfrau Hanna

Keri hat gesagt…

Oh, danke liebe Hausfrau Hanna, für diesen Tipp! Habe tatsächlich noch nie etwas von dieser Frau gehört.

Und von dem Vortrag hättest du sicher allerhand verstanden. Obwohl es Dialekt war, hat er doch sehr langsam und deutlich gesprochen.

Dir auch eine gute Zeit! :-)

Herzliche Grüße
Keri