Freitag, 15. Februar 2013

Begegnungen


Beim Herumstromern auf einer Seeräuberinsel - ich war auf der Suche nach vergessenen russischen Filmen - ist mir vor ein paar Tagen ganz zufällig und überraschend ein interessanter Mensch begegnet: Georges I. Gurdjieff. Nun ja, vielleicht war er wirklich nur ein esoterischer Scharlatan, wie es an verschiedenen Stellen zu lesen ist, aber irgendetwas hat mich doch sehr angesprochen. Seine Wanderungen, sein Wissenshunger, das Sammeln von Weisheiten aus ganz verschiedenen Religionen und uralten Volksbräuchen. Und dann die Musik, die er geschaffen hat. Und das, obwohl er keine Noten schreiben konnte. In dem Dokumentarfilm, über den ich auf der Insel gestolpert bin, wird es ausführlich beschrieben.

Nun habe ich mir sein Buch über die Begegnungen mit bemerkenswerten Menschen aus der Bibliothek ausgeliehen und ich werde mir dann auch den Film ansehen, der dieses Buch zur Grundlage hat. Denn auch in meinem Leben waren es vor allem einige bemerkenswerte Menschen, die mehr oder weniger meinen Weg bestimmt haben. Sonst würde mein Lebenslauf wohl noch viel mehr wie ein Flickenteppich aussehen, als er es sowieso schon ist. Ja, für uns umtriebige und wankelmütige Flatterdrachen sind sie ganz besonders wichtig: Meetings with remarkable men...




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På en bortglömd sjörövarö mötte jag en intressant människa. Ja, det är de möten med de anmärkningsvärda människorna som ofta gör att ens liv går en viss väg och ingen annan. Det har jag upplevt själv ett antal gånger. Framför allt under de åren då min tidigare världsbild rasade. Sedan dess har jag letat efter en alternativ världsbild, som jag dock ännu inte hittat...





Kommentare:

Welle hat gesagt…

Liebe Keri,

wieder mal ein so wundervoller Tipp von Dir - Gurdjieef. Habe ich mir sofort bei Wikipedia herausgepickt, hatte mir bis heute nichts gesagt und - ich bin fasziniert.
Für mich ebenfalls ein bemerkenswerter Mensch - John Cage und das Musikstück, welches in der Buchardi-Kirche in Halberstadt aufgeführt wird. 639 Jahre - stell Dir mal vor, was in 639 Jahren sein wird! Kann man sich das vorstellen?

Liebe Grüße

Welle

Keri hat gesagt…

Das ist aber schön, dass ich jemanden mit meiner Begeisterung für Gurdjieff anstecken konnte. :-)

Und das mit dem langsamstem Musikstück der Welt in der Halberstädter Kirche finde ich ja eine ganz herrliche Idee! Warst du selbst mal bei einem Tonwechsel dabei?

Nein, was in 639 Jahren sein wird, das kann ich mir wirklich nicht vorstellen. Alles entwickelt sich so schnell jetzt. Viel zu schnell...

Mit lieben Grüßen aus dem Norden

Keri

Welle hat gesagt…

Habe ich leider verpaßt.
Der Kantor war aber noch da, hatte Mitleid mit dem enttäuschten Frauchen und spendierte mir eine Sonder-Extra-Einzelführung.
Es war beeindruckend!

Liebe Grüße vom Darß

Welle

Keri hat gesagt…

Ja, das kann ich mir vorstellen. Eine Sonder-Extra-Einzelführung! Herrlich.

...

Eine Welle vom Darß also an Mondschnees nordischen Gestaden, wie schön... :-)

Auf dem Darß bin ich erst einmal gewesen. Das muss 1981 oder 1982 gewesen sein. Da sind wir an der Ostseeküste entlanggetrampt und -gewandert. Ein schöner Kiefernmischwald, wenn ich mich recht erinnere, durch den wir da auf dem Darß gewandert sind. Und dann natürlich der herrliche Strand in Prerow! :-))

Welle hat gesagt…

Lieber Mondschnee,

einen so ein schönen, weichen und zärtlichen Namen hast Du Dir ausgesucht, ich habe dann immer die Assoziation von einer Waldinsel, die mit einem hauchzarten Milchschleier bedeckt ist.
Du magst Eva Strittmatter - ich auch, und es ist das erste Mal in meinem Leben, das mich Gedichte wirklich anrühren können. Zu gern hätte ich die Eva mal zu Lebzeiten besucht(ich wollte sehen, wie lebt sie wirklich, wie sehen die Bäume am und um ihren Hof aus etc.) Sie war eine großartige und starke Frau und eine sehr geschätzte und verehrte Dichterin. Aber sie war so krank und ruhebedürfitig und wer mag dann schon stören?

Das nur nebenbei, der Gudjieff hat mich nicht losgelassen,ich habe Tänze von ihm gesehen, die ein wenig kühl und automatisch wirken den kühnen Kompositionen des Meister angepaßt (passen noch heute in unsere Zeit und könnten ein Hit werden). Diese Tänze hätten auch wunderbar zur Bauhausbewegung gepaßt. Weißt Du, ob er vielleicht doch evtl. Kontakt zu Gropius oder einem anderen dieser Größen hatte? Die Musik so schlicht und geradlinig - beruhigend und von großer Schönheit, erinnerte mich an Eric Satie, den ich auch so mag.
So, liebe Keri, nun muss ich nur noch mein Bewußtsein ändern, um mein hier und heute b e w u ß t genießen zu können. Das ist ja dann nicht so ganz einfach, nicht wahr?

Mein liebes lüttes Wasserländchen ist noch von einer weißen kalten Kuscheldecke überzogen, ich liebe das und mache täglich einen langen, langen Spaziergang an der momentan sehr aufgebrachten grummelingen Ostsee (ich denke mitunter, sie hat sich schon so viel gefallen lassen müssen und hat das Recht, auch einmal aufzubegehren), manchmal fliegen mir die Schaumflocken um die Ohren - herrlich!

Eine schöne Restwoche und liebe Grüße sendet Dir

die Darß-Welle

Keri hat gesagt…

Oh, liebe Darß-Welle,

sooo ein schöner und langer Kommentar! :-)

Aber nun finde ich, wir sollten unseren Austausch per eMail fortsetzen. Also, ich meine, wenn du möchtest.

Hier ist jedenfalls meine Adresse:
keri.majorna@gmail.com

Ich freue mich auf Post von dir!

Ganz liebe Grüße - und hab einen bewusst genossenen Tag!

Keri