Mittwoch, 23. Januar 2013

Armer schwarzer Kater


Auf IMMER ist also nicht immer Verlass. Plötzlich kann PLÖTZLICH auftauchen. Und meine allerbeste Freundin, die Unbekümmertheit, lässt mich ganz einfach sitzen. SITZEN in einem Wartezimmer an einem klirrend kalten Abend. Ein Kind weint und ein Fernseher läuft. Zu sehen ist irgendein brutaler Film, jemand wird ans Bett gefesselt, wie absurd in dieser Situation. Noch ist da ein schwarzes Loch, wo eigentlich vernünftige Gedanken hingehören. Ein diffuses Bauchgefühl streckt sich bis unter die Schädeldecke und meine weichen Knie gehen bis in Brusthöhe ungefähr. Erst viel später beginnen die Gedanken vorsichtig mit dem Konjunktiv zu jonglieren: mit HÄTTE, WÄRE und WÜRDE.

Ich lese dicke Bücher über Biologie, Physiologie und Anatomie, ich schnipple an wehrlosen Gliederfüßlern herum, ohne mit der Wimper zu zucken - aber beim Anblick von ein paar Blutstropfen falle ich beinahe in Ohnmacht. Meine Kinder können davon ein Lied singen. Mehr als einmal mussten sie mir in der Rettungsstelle ihre Pritsche freimachen, weil meine Gesichtsfarbe plötzlich derer der weißen Kittel echte Konkurrenz machen wollte. Dabei waren sie es, meine verunfallten Ableger, die eigentlich versorgt werden sollten.

Wenn ich von meinen kleinen grünen Freunden Nahaufnahmen mache und dabei für eine Weile tief in die Hocke gehe, ist es mir schon öfter passiert: Hoppla, beim schnellen Aufrichten plötzlich ein kleiner Anflug von Schwindel. Aha, also immer schön sachte aufstehen. Aber manchmal denkt man einfach nicht daran. Umgefallen bin ich allerdings noch nie. Gestern abend ist der Waldengel plötzlich umgefallen, nachdem er eine Weile in der Hocke saß. Einfach so, mir nichts, dir nichts. Zuerst habe ich überhaupt nix kapiert. Und er hat natürlich selbst nicht gewusst, was passiert ist, und also saßen wir beide da auf dem Fußboden wie begossene Pudel und haben überhaupt nix kapiert. Dann habe ich den langen Schmiss auf seinem Hinterkopf entdeckt - und war furchtbar erschrocken.

Aber wie bereits erwähnt bin ich in solchen Situationen wegen akutem Blutmangels im Gehirn eigentlich überhaupt keine Hilfe, und so musste der arme Verunfallte seine Rettung mehr oder weniger selbst in die Hand nehmen. Wäre ich richtig bei mir gewesen, hätte ich wahrscheinlich nicht erlaubt, dass wir mit dem Auto zur nächsten Rettungsstelle fahren, aber irgendwie ist dann doch alles gut gegangen und eine Krankenschwester hat sich die Sache professionell angesehen und dann auch gleich alles verarztet. Nun läuft der Waldengel mit einem riesengroßen Pflaster auf dem Hinterkopf herum - und erzählt sicher seinen Kollegen, dass er von einem bösen Weibe eins mit der Bratpfanne übergezogen bekommen hätte.

Bestimmte Dinge begreife ich blitzschnell, bei anderen dauert es erheblich länger. Und so habe ich fast die ganze Nacht gebraucht, um zu verstehen: Auf IMMER ist also nicht immer Verlass. Denn ganz plötzlich kann PLÖTZLICH auftauchen. 

Und außerdem: DINGE oder ZAHLEN oder gewisse ANGELEGENHEITEN sind eigentlich völlig unwichtig. Einzig wichtig sind ganz allein MENSCHEN. 

Das kann man allzu leicht vergessen im Gewusel des Alltages. Vielleicht ganz gut, dass man mal einen ordentlichen Nasenstüber in dieser Hinsicht bekommen hat. Denn wie es aussieht, ist ja wirklich nochmal alles gut gegangen. Puh!




Armer schwarzer Kater - Det är en lek där ett barn tassar omkring på golvet liksom en hankatt och jamar och grimaserar mycket, medan ett annat barn ska klappa kattbarnet och säga tre gånger väldigt tydligt "Stackars svarta hankatten" - utan att börja skratta. Kattbarnet ska alltså göra sitt bästa för att få klappbarnet att skratta. Lyckas kattbarnet, då byter de plats och skrattbarnet får bli kattbarnet istället. Och så fortsätter det tills alla varit kattbarn minst en gång.