Dienstag, 7. Februar 2012

JAAA!


Ich weiß nicht genau, wie lange ich schon davon träume. Mindestens schon immer. Vielleicht sogar noch länger. Kaum des Lesens mächtig, habe ich damals alles aus unserer Schulbibliothek mit nach Hause geschleppt, was irgendwie mit Vulkanen zu tun hatte. Und die Filme "Der Ausbruch des Krakatoa" mit Maximilian Schell und "Die geheimnisvolle Insel" mit Omar Sharif gehörten lange zu meinen Lieblingsfilmen. Schrecklich schön.



Ich bin zwar ohne Pippi Langstrumpf und die Muminbücher
aufgewachsen, aber dafür mit isländischen Erzählungen.
(Verlag Volk und Welt 1980)


Später bin ich dann mehr auf die literarische Schiene umgestiegen. Vor kurzem habe ich irgendwo gelesen, dass in der DDR mehr Bücher aus Island übersetzt wurden als während der gleichen Zeit in Westdeutschland, und zwar nicht nur Laxness, sondern auch junge Autoren. Nach der Wende rückte die Insel dann plötzlich ein enormes Stückchen näher: von einem mehr oder weniger unerreichbaren Traumziel zu einem echten Reiseziel. Ein entlegener Verwandter von uns aus Rheinland-Pfalz berichtete von seinen Wanderungen auf Island und zeigte uns dann eine Madonna aus Lavagestein, die er irgendwo in der Einöde gefunden und schließlich im Rucksack den weiten Weg bis nach Hause geschleppt hatte. Sie war groß und schwer und schwarz - und sah wirklich aus wie die Muttergottes.

Dass ich dann trotzdem nicht in die Gänge und auf die Insel kam, hatte wohl damit zu tun, dass ich einfach nicht den richtigen Reisegefährten auftreiben konnte. Organisierte Gruppenreisen konnte ich noch nie ausstehen und jemanden, der mit mir auf eigene Faust die Insel erkunden wollte, war mir irgendwie noch nicht über den Weg gelaufen. Schließlich muss man sich dort, wo das Wetter und die Urgewalten gern mal ordentlich verrückt spielen, gut aufeinander verlassen können. So kam es, dass noch vor mir plötzlich zuerst mein Sohn seinen Fuß auf diese Vulkaninsel gesetzt hat. Das machte mich natürlich einerseits sehr stolz als Muttertier, gleichzeitig war es dann aber nochmal irgendwie ein Extra-Ansporn für mich ...

Und nun ist es tatsächlich und wirklich und endlich soweit! JAAA! Ich werde im Sommer nach Island fahren! Denn nun habe ich schließlich doch noch den passenden Reisegefährten gefunden. (Manchmal muss man einfach nur gaaanz vieeel Geduld haben... ;-) Der Waldengel ist von der Insel genauso angetan wie ich, außerdem war er schon zweimal dort - und er kann mir sogar zeigen, wie man Wasserfälle fotografiert. Es soll dort nämlich den einen oder anderen geben, habe ich mir sagen lassen. Gestern waren wir noch einmal im Kino und haben einen weiteren isländischen Filmfestivalfilm zusammen angeguckt - und anschließend Nägel mit Köpfen gemacht und Plätze auf der Islandfähre gebucht. Juchu!

Mit dem Schiff zu fahren, hat mehrere Vorteile, wie ich finde: Man ist eine Weile (ganze zwei Tage!) unterwegs und es fühlt sich mehr wie eine Reise zu früheren Zeiten an, wo alles noch seine Zeit gedauert hat. Schön. Außerdem kann man beim Gepäck viel großzügiger sein, weil man ja das Auto mit aufs Schiff nimmt. Und nichtzuletzt können die Vulkan Asche speien soviel sie wollen und von mir aus den ganzen Flugverkehr lahmlegen, das Schiff fährt wohl auf jeden Fall. Achjottachjott, wie ick mir freue! :-)





Die Islandfähre M/S NORRÖNA im Fjord vor Seyðisfjörður.
"Norrøna" heißt übrigens auch eine Zeitschrift, die ich gerne lese.
Und die Fährlinie Smyril Line ist nach einem Vogel benannt.


Det kan finnas gott om hinder för att en dröm inte kan gå i uppfyllelse direkt. Först var jag för liten och bodde dessutom bakom järnridån. Sedan var jag inte längre för liten, fast jag levde fortfarande i ett land med något inskränkta resemöjligheter. (Det störde mig dock inte speciellt mycket, för jag gjorde ändå stora äventyrsresor...) Sedan föll muren - och hela världen låg plötsligt framför mina fötter. Men då hade jag småbarn och en man vid min sida som inte alls tyckte om att utforska en vulkanö genom att vandra och tälta. Så jag kom inte iväg mot mitt urgamla drömmål då heller. Så småningom blev mina barn vuxna och jag flyttade till och med till ett nordiskt land. NU borde det äntligen bli av, tänkte jag. Men så hann min son ändå före mig. Han vandrade och tältade på Island tillsammans med några kompisar sommaren 2010 - medan jag själv samlade ganska liknande erfarenheter (mycket regn och en hel del svåra vad) ett år senare i Sarek. Men den allra sista pusselbiten föll nu äntligen på plats i höstas när skogen i Vättlefjäll skänkte mig Skogsängeln. Han älskar Island lika mycket som jag, han har redan varit där två gånger - och att vi tillsammans klarar att vandra och tälta där, det är jag alldeles säker på. Igår bokade vi båtresan! JAAA!








Hier am Námaskarð werden wir wohl auch vorbeikommen.
(Ich mag solche älteren Reisebeschreibungen
Damals guckte man noch mit anderen Augen.)




Die Halbinsel Hornstrandir - hier möchte ich sooo gerne wandern!
Ein Buch mit Karten und Tourvorschlägen habe ich schon besorgt.
(Mehr Bilder und ein paar Impressionen...)


3 Kommentar(e):

krakri hat gesagt…

Wie schön! Island steht auch auf unserer Wunschreiseliste. Am liebsten für die richtige Hochzeitsreise, die wir noch nicht gemacht haben. Estland war nur die kleine... Island muss wartenbis Folke so alt ist, dass er in der Kraxe sitzen kann. :-)

Apropos DDR und Island... hab in der Schwangerschaft einen Krimi von Indridasson gelesen, der teilweise in Leipzig gespielt hat.sehr spannend!

Liebe Grüsse aus U:a,
Constanze

Keri hat gesagt…

Mensch, ihr Lieben da im Norden, ich glaube, wir haben euch noch gar nicht zu eurem Kleinen Prinzen gratuliert. Jetzt aber: Alles, alles Gute für euch drei!!! :-)

Ja, Island reizt mich schon lange. Passt sicher perfekt für eine richtige Hochzeitsreise. :-)) Habe auch einen Kurs in Isländisch angefangen. Hochzeitsreise heißt brúðkaupsferð. Lustig, wa?

Und den Leipzig-Krimi habe ich auch gelesen. Obwohl ich sonst nicht so gerne welche lese, aber seine lese ich immer. Die sind klasse!

Herzliche Grüße von der Westküste
Keri & Herr Mås

krakri hat gesagt…

Vielen lieben Dank! Das war ein turbulentes Jahr für uns. So richtig fassen können wir es noch nicht :)

Ich mag seine Krimis, weil sie literarisch sind und nicht so wie Massenmaterial à la Läckberg. Der Leipzig-Krimi war so toll, weil man genau wusste, welche Plätze/Häuser er meinte.. ein bisschen erschreckend, aber toll!

Das mit dem Sprachkurs klingt super. Hoffe du nutzt deine Sprachkenntnisse. Hatte so viel Spaß mit Estnisch in Estland. Kann nicht viel, aber die Menschen wurden so glücklich.

LG auch von Per!

PS: Ich hab ja meinen Blog gewechselt und nutze nur noch meinen alten. Schau gern vorbei, auch wenn's zur zeit oft um Folke geht.