Sonntag, 1. Januar 2012

Premieren


oder: Immer wieder auf zu neuen Ufern!

Nun ist es gar nicht mehr so allzu lange, dann werde ich fuffzich, aber es gibt trotzdem es immer noch haufenweise Dinge, die mir zum allerersten Mal passieren - oder die ich zum allerersten Male mache. Dass ich Weihnachten dieses Jahr zum ersten Mal ganz ohne meine Familie verbracht habe, wird mir jedenfalls nicht noch einmal passieren. Aber ansonsten sind es vor allem erfreuliche Premieren: Vor ein paar Tagen habe ich das Naturreservat Änggårdsbergen zum ersten Mal komplett durchwandert, von der einen Seite bis zur anderen. Nee, freilich keine große Sache, aber immerhin. Dabei habe ich zum ersten Mal keine nassen Füße bekommen, obwohl wir sehr intensiven Kontakt zu einem Feuchtgebiet aufgenommen hatten - ja, zwei etwas unterschiedlich gefärbten norwegischen Gummistiefeln sei Dank, haha! Gestern war ich zum ersten Mal am allerwestlichsten Punkt der Insel Hisingen und außerdem zum ersten Mal auf der Insel Björkö. (Irgendwann will ich sie alle besucht haben, die Inseln hier vor der Küste!)

Außerdem habe ich nun zum ersten Mal in meinem Leben eine Kamera, die keine Kinderkamera mehr ist, wo man nur draufdrückt und sonst nicht viel machen kann. Nun bin ich einen Schritt weiter: man nennt diese Dinger spiegellose Systemkameras. Da hat man deutlich mehr Möglichkeiten zum Gestalten als bei den kompakten, sie sind aber nicht so groß und nicht so schwer und nicht so teuer wie die erwachsenen Spiegelreflexkameras. Ein Prinzip, das ich recht gern mag: Mit minimalem Aufwand so viel wie möglich herausbekommen. Ich bin schließlich recht oft unterwegs, will aber nicht so viel mit mir herumschleppen. Aus dem gleichen Grund bin ich ja schon vor einer ganzen Weile auf ein kleines Netbook umgesattelt. Ich habe überhaupt keinen ausgewachsenen PC mehr zu Hause und nicht mal mehr ein sperriges und dann immer noch recht schweres Schlepptop.

Und so habe ich gestern zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren den Jahreswechsel auch mal wieder unter freiem Himmel verbracht. (Ich habe eine schreckliche Aversion gegen diese Knallerei - und die Böller und kreischenden Raketen schienen von Jahr zu Jahr immer furchtbarer zu werden...) Aber wir haben ja hier diese hohe Brücke über den Fluss, von der man weit gucken kann - und auf der man doch recht sicher ist vor dem allerschlimmsten Lärm und vielleicht fehlfliegenen Himmelskörpern. Man kann also prima am höchsten Punkt der Brücke stehen, die Aussicht genießen - und zum Spaß auch mal das Feuerwerks-Programm auf der neuen Kamera ausprobieren.

Was ich mir für das neue Jahr vorgenommen habe? Ich will weiterhin gaaanz viel lernen! Etwas, von dem ich wohl nie genug bekommen werde. Meine beiden Naturkurse will ich natürlich gut abschließen. Dann habe ich mich zu einem Grundkurs in Isländisch angemeldet. Nicht nur weil ich im Sommer - wenn alles gut geht - dorthin fahren werde, sondern auch weil ich schon ganz lange neugierig auf diese besondere Sprache bin, die sich seit etlichen hundert Jahren kaum verändert hat. Mein Software-Projekt in Berlin will ich natürlich ordentlich über die Bühne bringen. Das wird nochmal ein richtiger Kraftakt, aber wenn es dann vollbracht ist, wird es sich bestimmt gut anfühlen. Da meine Verträge dann auch Ende 2012 auslaufen, muss ich mir dieses Jahr Gedanken machen, womit ich mir nächstes Jahr etwas Geld verdiene: Ob ich mir eine Teilzeitanstellung suche oder meine Selbständigkeit neu ausrichte...

Mein Alltag soll weiterhin einfach und trotzdem abenteuerlich sein, mit Herausforderungen, die ich mir am liebsten selbst heraussuche. Nee, nicht so viel fremdbestimmtes soll es sein. Und vielleicht muss man ja gar nicht das Leben eines Polarforschers leben, um ein Abenteurer zu sein  - und um dann doch immer wieder am Nordpol vorbeizudriften. ;-) Vielleicht kann man ja auch von einem einfachen Buchenholzküchentische aus immer wieder zu klitzekleinen spannenden Forschungsreisen aufbrechen. Und das nicht nur im eigentlichen, sondern auch im übertragenen Sinne. Zu erforschen gibt es jedenfalls noch unerhört viel! Und das ist für mich Abenteuer pur.



Richtig windstill ist es dort oben eigentlich nie. Aber noch viel seltener ist die Brücke frei von Autos und Verkehrslärm. Gestern Abend war so ein Ausnahmezustand. Und das ganz ohne eine offizielle Sperrung wegen Sturm oder einem Event.


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Hur synligt och verkligt har inte allting, som nu är borta, varit. Det är väl så vi halvmedvetet tänker när vi tar amatörfotografier av varandra under livets gång. Det är drömmen om stillbildens lilla punkttriumf över förgängligheten.

Harry Martinson, Dagboken


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Gör så långt Du kan
det nya året till ett gott år.
Alltid gagnar det att försöka.

Harry Martinson, Dagboken


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I det sjudande liv vill jag sjunga
en sprudlande evighetssång.
Må det växa, det starka, det unga -
ur det gamla som var en gång.

Harry Martinson, Pansång ur: Spökskepp






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