Donnerstag, 8. Dezember 2011

Schrecksekunde


Mein Schutzengel ist ganz offensichtlich ein Workaholic. Der macht nicht nur Überstunden, der weiß auch genau, wann es an der Zeit ist, mir einen ungeflügelten Menschenritter vorbeizuschicken, um mich im Notfall ein bisschen zu retten. Gestern war mal wieder so ein Ketchupflaschentag: Erst passiert gar nix - und dann alles auf einmal. Und so war ich am Nachmittag dann plötzlich etwas in Zeitnot. Um doch noch pünktlich zu meinem Naturkurs auf dem Medicinareberg zu sein, habe ich mich kurzentschlossen auf's Rad geschwungen. Der Schnee war ja schon wieder Schnee von gestern und verschwunden und die Wege waren mehr oder weniger trocken. Und siehe da: "Zehn Minuten vor der Zeit ist des Schülers Pünktlichkeit." Das hätte ich mit den Öffentlichen nicht hingekriegt - und wenn ich etwas nicht mag, dann ist es Zuspätkommen zum Unterricht.

Die zwei Kursstunden vergingen wie im Fluge, es war interessant und auch lustig, wie immer - und danach sagte ich zu Wolke Sieben: Nun rollen wir gemütlich nach Hause. Und schön vorsichtig werden wir sein, denn die Luft fühlt sich eisig an und da ist es sicher überfroren an einigen Stellen. Beim Herunterrollen vom Medicinareberg waren wir tatsächlich unheimlich vorsichtig, aber beim Einbiegen auf den Radweg vor dem Botanischen Garten vielleicht doch ein klitzekleinwenig zu schwungvoll... Jedenfalls rutschte mir das Rad unter dem Hintern zur Seite weg und ich landete auf der Straße. Zum Glück war es eine völlig verlassene Nebenstraße ganz ohne Autos. Fluchend rappelte ich mich wieder hoch. Verdammtnochmal, nun ist es doch passiert! So schnell kann es also gehen. Ich pflückte das Rad von der Straße und humpelte auf den Fußweg. Mein rechtes Hosenbein hatte ein Loch am Knie - und wie es darunter aussah, wollte ich erstmal gar nicht wissen.

Etwas wackelig trat ich den Heimweg an. Nun schieben wir in aller Ruhe nach Hause, sagte ich zu meinem Drahtesel. Aber der Weg war noch weit und das Knie tat mir weh - und ein bisschen merkwürdig war mir auch zumute. Der Schreck saß wohl noch in allen Gliedern. Da tauchte plötzlich ein Mann an meiner Seite auf. "Ich habe gesehen, wie du ausgerutscht bist. Willst du nicht das Fahrrad hier anschließen? Ich kann dich nach Hause fahren." Das ist ja unglaublich, dachte ich. Der muss soeben vom Himmel gefallen sein - und vor Überraschung brachte ich erstmal kein einziges Wort heraus. Ich nickte nur und tat, wie mir geheißen.

Als ich mich dann in den weichen Autositz plumpsen ließ, kam auf einmal auch meine Sprache wieder. Kaum zu glauben, was man in einer Viertelstunde alles erzählen und erfahren kann! Merkwürdigerweise weiß ich heute, nur einen einzigen Tag später, weder so richtig, wie der Mann ausgesehen hat noch in was für ein Auto ich da gestiegen bin. Überhaupt fühlt es sich an, als hätte ich das alles nur geträumt. Wäre da nicht das große Pflaster auf meinem rechten Knie...





I natt drömde jag att jag hade ramlat med cykeln utanför Botaniska medan jag cyklade hem efter naturkursen på Medicinareberget - och att en snäll man hade kört mig hem efter fallet. I morse hittade jag ett stort plåster på mitt knä och ett blåmärke på min armbåge. Cykeln hittade jag däremot inte på gården. Men den hittade jag i eftermiddags utanför Botaniska. Hur mannen såg ut minns jag inte. Vad det var för bil minns jag inte heller. Hm, ibland händer det konstiga saker. Cykeln har jag i alla fall ställt ner i källaren nu. Och där får den stanna ett tag.


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