Samstag, 5. Februar 2011

Meine kleene Firma und icke


Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Das habe ich in der Schule gelernt. Und auch, dass Widersprüche die Entwicklung vorantreiben. Nun bin ich jemand, der mit wenig auskommt, aber auch das wenige muss ja erstmal erarbeitet werden. Da zu den "knappen Gütern" mittlerweile auch die Arbeit gehört - zu Zeiten meiner Sozialisation war das noch anders - steht für viele nun der Kampf um eine ökonomische Grundsicherung regelmäßig auf der Tagesordnung. Auch für mich. Das mag ich nicht. Sich zu verkaufen, mag ich nicht. Und doch komme ich nicht drumrum. Anfangs hatte ich versucht, die Schweden von meinem Marktwert zu überzeugen. Dass es mir nicht gelungen ist, habe ich dann darauf geschoben, dass hier das Schubladendenken noch um etliches höher ausgeprägt ist als in Deutschland und dass meine Papiere in keine dieser wohlsortierten, kleinformatigen Schubladen hinein passten. Hier wird man ja nicht mal zum Studium zugelassen, wenn man nicht Englisch als erste Fremdsprache vorweisen kann! Man muss diverse Kämpfe kämpfen, um diese Diskriminierung auszuhebeln - und eigentlich mag ich es überhaupt nicht, Kraft und Lebenszeit für solche Kämpfe zu verschwenden.

Aus diesem Grunde habe ich dann auch aufgehört, die Schweden von meinem Marktwert zu überzeugen. Es ging so viel Kraft und Lebenszeit dabei drauf - und es führte zu nix. Und also habe ich mich wieder an diejenigen gewandt, die meinen Marktwert bereits richtig gut kennen und mit ihnen sogenannte Dienstleistungsverträge abgeschlossen. Umgangssprachlich würde man wohl einfach "Honorarvertrag" sagen. In Schweden kann man allerdings nicht einfach frei herumjobben und Honorar einstreichen. Hier ist das allein Schauspielern und Journalisten vorbehalten. Alle anderen müssen bei so einer Art von Einkünften eine eigene Firma gründen.

Das wiederum fand ich lustig, denn wie war das noch gleich? Man soll ein Buch schreiben, ein Haus bauen, einen Baum pflanzen, Kinder in die Welt setzen - und eine eigene Firma gründen? Das mit dem Buch und den Kindern hatte ich bereits abgehakt, war zwar nur ein Computerbuch, aber güldet sicher auch, eine Immobilie brauche ich nicht und den Baum habe ich mir noch aufgehoben. Nun also die eigene Firma. Das fand ich spannend! Einen einzigen Tag lang habe ich mir organisiert was über Existenzgründung beibringen lassen, vier Stunden über die Basics der Buchführung und nochmal vier über den Handel mit Dienstleistungen innerhalb der EU. Den Rest habe ich mir selbst reingezogen. Learning by doing, sagt man wohl neudeutsch. Ich sage "Laufen lernt man nur durch Laufen" und denke dabei auch an die bereits erwähnten Widersprüche, die unsere Entwicklung vorantreiben.
Kriegt man einmal einen viel zu hohen Bescheid über regelmäßig fällige Steuervorauszahlungen, bloß weil man etwas falsch gemacht oder einfach nur vergessen hat, dann macht man beim nächsten Mal nicht wieder denselben Fehler. So einfach ist das.

Meine klitzekleine Firma, sie ist nach der Familie der Krähenvögel benannt, existiert nun schon ein Jahr und ich bin gerade dabei, ein weiteres Mal Dienstleistungsverträge mit meinen Berliner Auftraggebern auszuhandeln, diesmal gleich für eine Laufzeit von zwei Jahren. Während dieser Zeit will ich hier fleißig weiter studieren und mir so nach und nach eine Existenz aufbauen, die dann unabhängig von meinen deutschen Auftraggebern ist - mit den Zertifikaten der Kalmarer Universität als Türöffner.

Als Exportfirma muss ich nämlich auch noch damit leben, dass der Wert meiner Arbeit seit zwei Jahren ständig sinkt. Als ich im Sommer 2009 hergezogen bin, konnte ich für eine Stunde Arbeit, die man mir natürlich in Euro bezahlt, noch 13 Mal hier in Göteborg mit der Straßenbahn fahren. Heute reicht das gleiche Stundenhonorar nur noch für 10 Straßenbahnfahrten. Und das hat mitnichten etwas damit zu tun, dass vielleicht die Fahrpreise gestiegen sind. Nee, die sind hier - im Gegensatz zu Berlin - seit einigen Jahren konstant.





Idag berättar jag för mina tyska läsare hur det är att vara egenföretagare i Sverige med bara uppdrag från utlandet, det vill säga Berlin. Jag tycker mycket om att jobba hemifrån - efter 20 år med ett heltidsjobb och två barn som väntade hemma. Just nu håller jag på att förhandla om nya kontrakt med mina uppdragsgivare i Tyskland. Kontrakten ska gälla i två år och de ska helst ge mig lite mera europeiska pengar än de jag haft i fjol. Som än så pytteliten exportfirma lyssnar man ju ändå lite nogare när de talar om den aktuella Euro-kursen varje kväll i dagens ekonomi eko. Det är värdet av mitt arbete som de talar om. Usch, ganska uselt! Därför vill jag använda de nästa två åren för att läsa vidare på Linnéuniversitetet och för att så småningom etablera min verksamhet inför folk som betalar i kronor. Jag behöver ju inte mycket, fast en mindre och något sportligare cykel med tjocka däck till exempel skulle jag gärna vilja skaffa mig, så att jag även kan använda den på vintern. Jag längtar en hel del efter mina cykelturer, fast med min nuvarande cykel vågar jag mig inte ut. Den har vilat i källaren sedan slutet av november...

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