Samstag, 15. Januar 2011

Laufen lernt man nur durch Laufen


Und das gleiche gilt auch für das Zurechtkommen allein in der Wildnis. Man kann wohl ein bisschen in schlauen Büchern lesen, wie es im allgemeinen so geht, aber richtig lernen - das geht nur durch Erfahrung. Gute Erfahrungen sind gut, schlechte Erfahrungen sind manchmal sogar noch ein bisschen besser: Die vergisst man nicht so schnell. Heute bin ich endlich zum Skilaufen ins Vättlefjäll hochgefahren, das erste Mal in diesem Winter! Eigentlich wollte ich ja letzten Sonnabend schon zu einer Tour dort starten, aber dann hatte es doch den ganzen Tag geregnet. Und außerdem wurde ich ja überraschend ins Konzert eingeladen. Da war es nun heute endlich soweit!

Als ich morgens aus dem Fenster geguckt habe, dachte ich: Oh, schon wieder so viel Neuschnee. Und dann habe ich mit dem Aufbruch lieber noch ein bisschen gewartet. Hatte keine Lust, überall da draußen die Erste zu sein, und überall die Spuren in den frisch gefallenen Schnee zu legen. Es waren um die null Grad und der Schnee war nicht direkt aus Puderzucker. Das ist dann ziemlich anstrengend. Da kommt man nicht so weit. Gegen zwölf war ich schließlich an der Bushaltestelle Petersilienstraße. "Endstation. Bitte alles aussteigen! Von hier ist die Wildnis nur ein paar Gehminuten entfernt." Eine knappe Stunde dauert die Fahrt mit den Öffentlichen, zuerst Straßenbahn und dann noch ein Stückchen mit dem Bus. Am Surtesjön angekommen, konnte ich draußen auf dem Eis nur einen einzigen Angler ausmachen. Von Skiläufern weit und breit keine Spur. Also doch erstmal im unberührten Schnee laufen...

Ich hatte aus einer Tageslaune heraus keinen Rucksack mitgenommen, sondern eine Minimalausrüstung in alle möglichen Jacken- und Hosentaschen gestopft. Wollte mal ausprobieren, wie das geht und wie weit ich damit komme. Das Laufen ist natürlich viel, viel schöner ohne Rucksack. Und ich habe es auch sehr genossen! Genau wie im letzten Jahr habe ich eine Weile gebraucht, um mich aufs Eis zu wagen. Bin erstmal eine Strecke durch den Wald gelaufen, bis ich nicht weit vom Ufer eine anderen Angler entdeckt habe. Der hatte einen Eisbohrer dabei und den habe ich gleich gefragt, wie dick es ist. Oooch, mindestens 40 cm, hat er gesagt. Und da habe ich mich dann auch getraut. (Ich habe überaus großen Respekt vor gewissen Naturphänomenen: dem Meer zum Beispiel. Aber auch vor einem zugefrorenen See. Wasser hat nun mal keine Balken...)

Nach einer Weile habe ich dann auch eine Skispur gefunden und es ging gleich viel besser voran. Die Strecke kannte ich noch gut vom letzten Winter. Außerdem war ich ja hier im Sommer mit Toni wandern und paddeln. Nun sah alles natürlich ganz anders aus. Dort, wo man sonst das Kanu aus dem Wasser hievt und über einen kleinen Hügel bis zum nächsten See schiebt, war nun alles einfach nur weiß. Ein diesiges Grau und dieses Weiß waren heute übrigens die dominierenden Farben. Die Sonne war hinter dicken Wolken versteckt. Keine Postkarten- oder Kalenderfotos also... Nun ja, dort, wo ich letzten Winter immer rechts abgebogen bin, unter der kleinen Brücke durch und so, bin ich heute mal links abgebogen. Erstens kannte ich diesen See noch nicht - und zweitens war ich scharf auf einen Geocache, den man nur dann finden kann, wenn man entweder im Sommer mit dem Kanu kommt, oder im Winter übers Eis. Abseilen kann man sich auch, aber das ist nun absolut nix für mich. Dieser Cache war also mehr oder weniger mein Tagesziel heute - und ich hab ihn gleich gefunden. War nur ein bisschen festgefroren und musste erst aufgetaut werden. Damit habe ich nun genau 100 von diesen lustigen Schatzkistchen in meiner Found-it!-Liste. Und alle ohne GPS. Ha!

Was ich heute für schlechte Erfahrungen gemacht habe? Okay, einmal wollte mein linker Ski irgendwie seinen Kopf durchsetzen und unbedingt probieren, ob wohl er oder eine ausgewachsene Kiefer stärker sind. Ich wusste es vorher, konnte es ihm aber nicht ausreden. Natürlich war die Kiefer stärker - und ich dachte, während ich mich mit Mühe aus der dicken Schneewehe wieder herausarbeitete: Ach, du Sch... Nun ist bestimmt die Skispitze abgebrochen. Aber sie war zum Glück noch heil. Wäre sie abgebrochen, hätte ich viel, viel länger für den Rückweg gebraucht.

Und für solche Fälle ist dann ein kleines bisschen mehr Ausrüstung schon ganz nützlich, vielleicht sogar lebensnotwendig - für den Fall, dass man sich nicht nur den Ski, sondern auch einen Knochen bricht. Ein paar Streichhölzer oder ein Feuerzeug, ein kleiner Alubecher, ein Teebeutel oder ein Brühwürfel. Eine halbe Tafel Schokolade, eine Handvoll Studentenfutter. Vielleicht sogar eine Rettungsdecke, ganz klein zusammengefaltet. Und in jedem Fall ein vollständig aufgeladenes Mobiltelefon! Meines war nahezu leer, was ich irgendwann beim "Auf die Uhr schauen" ziemlich erschrocken feststellte.
Das darf mir nicht wieder passieren!

Ich habe irgendwo noch so eine kleine Tasche herumliegen, die man sich um die Hüfte schnallen kann. Gürteltaschen heißen die, glaube ich. Wenn ich also tatsächlich mal wieder ohne Rucksack losziehe, was in der Tat sehr schön ist, weil man sich so leicht und beweglich fühlt, dann nehme ich diese Tasche und überlege vorher ganz genau, was ich dort hineinpacke. Laufen lernt man wie gesagt nur durch Laufen...



Verlaufen konnte ich mich nicht. Aber Feuer machen auch nicht.
(Ein Teil ist auf dem Foto nicht zu sehen. Welches ist es? ;-)


Idag gjorde jag äntligen min planerade skidtur uppe på Vättlefjäll. Det var första gången den här vintern - och egentligen ville jag ju redan sätta igång för en vecka sedan, fast då kom både regnet och inbjudan till Wienerkonserten. Jag håller på att experimentera lite med olika sätt att ha saker och ting med mig. Idag var det minimalutrustningen som gällde, eftersom det känns så skönt att åka skidor utan någon tung ryggsäck med termos och allt. Visst kan man åka skidor 2 till 3 timmar utan att äta något och dricka något varmt. Kallt vatten hittar man ju alltid, även så här års. Men sedan lärde jag mig att minimalutrustningen ändå borde utökas lite mera. Det var rättare sagt min vänstra skida som lärde mig. Den ville i alla fall pröva hur det känns att krocka med en rejäl tall. Jag visste ju i förväg att inte tallen skulle veka, fast skidan tycktes vara lite envis. Så jag blundade efter att smällen hade skett och tittade sedan mycket försiktigt: Nej, tusan, skidan hade faktiskt inte gått av! Vilken tur! Och inte något av mina ben heller. Men om det hade hänt, då hade det nog varit bra med lite tändstickor, en mugg, som man kan koka lite vatten i och kanske en chokladkaka. Och i alla fall en fulladdad mobiltelefon! Min var nästan slut, vilket jag märkte först när jag var långt ute på fjället. Det var alltså dagens lektion angående utelivet. Vissa saker måste man ju uppleva själv för att de fastar ordentligt i huvudet. Det räcker inte bara med att läsa böcker. Annars var det skönt där uppe. Jag hittade till och med en geocache med terrängfaktor fyra (fem är svårast). Det är alltså en som bara kan nås med kanot på sommaren eller när sjön är frusen på vintern. Jag använde i alla fall inte kanot idag.


Surtesjön.


Gäddevattnet.


Diese kleinen Hütten findet man in größeren Abständen an vielen
Seen im Fjäll.
Hier gibt es immer reichlich trockenes Feuerholz.


Björkticka
(So einen Pilz hatte Ötzi bei sich!)


Wacholder, benimmt sich hier etwas gespreizt.


Suchbild: Wo ist die Bank?


Wenn die Sonne nicht scheint, ist die Einsamkeit größer.


Hier ist im Sommer ein Moor. Ja, der Winter hat auch seine Vorteile:
keine Mücken, Zecken, Schlangen. Und man kann überall gehen.


Kommentare:

Fru Decibel hat gesagt…

Du borde ha tagit lärdom av prästen i Värmland!!!! Aldrig åka utan fulladdad telefon! Jaja dig!

Keri hat gesagt…

Vad hände med prästen i Värmland?