Samstag, 2. Oktober 2010

Zum Glück keine Moorleiche!


Wenn man den zahlreichen schwedischen Krimis glauben sollte, dann müsste inzwischen halb Schweden ermordet und die schwedischen Moore voller Moorleichen sein. Und so haben wir heute immer mal wieder aufgeschrien, wenn in unserem Bohrzylinder etwas längliches Hartes zu ertasten war: Iihh, ich habe einen Finger gefunden! Es war dann natürlich nur ein Stück uraltes Holz. Erle oder Birke. Aber diesen Tag werde ich trotzdem so schnell nicht vergessen. Schließlich bin ich einfach so in einem riesengroßen Hochmoor herumgestiefelt. Und dann haben wir mit langen Stangen die Vergangenheit heraufgeholt. Bis knapp 1500 Jahre vor Christi Geburt sind wir gekommen. Hier kommen meine bildlichen Impressionen. (Es ist ein kleines Wunder, dass meine Kamera diesen Tag heil überstanden hat, denn ich hatte nur ganz selten mal saubere Hände...)




I Tyskland - där svenska deckare är väldigt omtyckta - tror man säkert att det inte finns så många levande människor kvar i Norden och att samtidigt myrarna är fulla av mordoffren. Det tänkte jag på idag när vi hittade den en eller annan tvivelaktig träpinne bland allt det bruna i borrcylindern. Kanske ett finger? Det var faktiskt första gången jag vågade mig stövlande på en högmosse. Utrustade med flera metallstavar trevade vi oss långt ner i gångna tider. Tre och en halv meter torv motsvarar alltså 3500 år. Det mest spännande vi hittade var kolrester efter en skogsbrand som ägde rum ungefär 900 år före Kristus. Det finns ju inte så många andra sätt att läsa jordens yngre historia så tydligt - och jag blev verkligen helt förbluffad. Här kommer dagens bilder.


Utomhuspedagogik!
Flipchart heißt auf Schwedisch blädderblock.

Hier begeben wir uns hinaus aufs Moor, wo man bei keinem einzigen
Schritt auch nur irgendwie festen Boden unter den Füßen hat.


Um zu bestimmen, was man da heraufholt, muss man
gucken, fühlen - und manchmal sogar auch kosten.


Ganz vertieft. Die Nachbarbohrgruppe bei der Arbeit.


Unser spektakulärster Fund: Kohlreste nach einem Waldbrand,
der vor ungefähr 2900 Jahren stattgefunden hat!


Auch die heute im Moor wachsenden Pflanzen lernen wir bestimmen.


Mittagspause.
Die Grillwürste sind verputzt und das Feuer geht langsam aus.


Am späten Nachmittag fahren wir dann noch in ein anderes Moor...


...wo geheimnisvolle Schienen davon berichten,


...wie früher (und immer noch heute) hier
der Torf mit der Hand gestochen wurde.


Für die meisten schwedischen Jungs vor noch nicht allzu langer
Zeit ein ganz normaler, aber unheimlich harter Sommerjob.


Ohne Worte. ;-)


Nun kenne ich also das Moor ein bisschen besser
- und es ist mir nicht mehr ganz so unheimlich.




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