Montag, 24. Mai 2010

WWW - Wald, Wiese, Wasser


Pfingsten
sind die Geschenke am geringsten,
während Ostern, Geburtstag und Weihnachten
was einbrachten.

Bertolt Brecht, Ein Kinderbuch

Nun, ich kann mich nicht beklagen: Diese Pfingsten waren ein Geschenk an sich, jedenfalls vom Wetter her. Bisschen Wind, aber keine Wolken, dafür Wärme. Wirklich wunderbar! Am Sonnabend war ich den ganzen langen Tag - die Tage sind ja so verdammt lang jetzt - auf dem Sattel und auf den Beinen. Meine Naturschützer hatten an einen See eingeladen, 25 Kilometer und fast 150 Höhenmeter von unserem Kiez entfernt. Da war ich dann gut "vorgeglüht" als ich ankam, um beherzt ins frühlingsfrische Seewasser zu springen. Huh! Wie kalt und wie gut!

Schöner Platz für das erste Bad im neuen Jahr, oder?

Die Kinder hatten Kescher mit, und alles, was herausgefischt wurde, konnte man unter dem Mikroskop betrachten. Bestimmungsbücher und -tafeln lagen aus, und so nach und nach lerne ich hier eine Menge, für das ich nicht mal auf Deutsch einen Namen habe. Dann wurden am Ufer Würste auf einen Grill gelegt - aber was man hier als "Grillwürste" verkauft, sind für mich Bockwürste oder Wiener und diese legt man in Deutschland eher selten auf einen Grill. Bei solchen Gelegenheiten denke ich dann etwas sehnsuchtsvoll an unsere gut gewürzten Thüringer Rostbratwürste, ja, solche rohen im Schlabberdarm, die vorher ein bisschen komisch aussehen und hinterher so lecker schmecken... Kulinarisch gesehen also kein Highlight die Grillerei hier, zumal mich der Obernaturschützer jedes Mal überredet, mit ihm sein Brot zu tauschen. Er ist so verrückt nach meinem Sauerteigbrot von Cum Pane, und weil Cum Pane "der, mit dem man das Brot teilt" heißt, kann ich natürlich nicht Nein sagen und also kaue ich auf seinen gummiartigen Hotdogbrötchen herum, während er meine knusprigen Brotscheiben mampft...

Der hier wäre vielleicht gut für den Grill gewesen...

Trots att de synska från SMHI varje dag förutspått regn och oväder för västkusten rådde under hela pingsthelgen finaste sommarväder här i Göteborg. Dagarna är långa nu och det är högtid för att spendera massor med timmar i ute-världen. Min ute-värld under de senaste tre dagarna bestod av skog, ängar och vatten. I lördags cyklade jag upp till Kåsjöområdet där SNF Partille hade ett evenemang. Vi badade och barnen fiskade upp lite småkryp som sedan betraktades i mikroskop. Senare tog grillkorvarna över, korvar, som jag aldrig kommer att vänja mig vid, för som student levde jag ju i Thüringen dess invånare redan för längelängesen uppfunnit världens läckraste grillkorv... Efter att de andra hade åkt iväg stannade jag där uppe på höjderna. Jag vandrade längs med Maderna och sedan till Råhult. Först där mötte jag människor igen: Ett äldre par som satt i en bil. De slickade på varsin glasspinne och lyssnade på fotboll. Fönsterutorna var nedvevade. Kallar man detta också att vara ute i naturen?

Ein Naturreservat mit vielen Gesichtern: Maderna

Wer sich auskennt, der sieht mehr:
Hier hat sich ein Dachs geschubbert.

Nachdem der Wissensdurst und der Grillwursthunger gestillt waren, fuhren alle ihrer Wege. Nun, wo ich schon die ganze Strecke bergauf geradelt war, wollte ich nicht gleich wieder herunterrollen - und so verbrachte ich den Rest des Tages dort oben in den Wäldern. Es war warm und grün und alle haben viel zu tun jetzt: die Vögel und das Krabbelzeugs. Sobald man stehenbleibt, um einem Vögelchen zu lauschen, besuchen einen schon die großen Waldameisen in den Sandalen. Nur die Hochsaison der Mücken hat noch nicht begonnen. Am anderen Ende des Waldes liegt eine Stuga für Wintersportler, zu der man auch mit dem Auto hochfahren kann. Dort saß ein Pärchen in seinem Wagen, sie schleckten ein Eis und hörten im Autoradio Fußball. Die Fensterscheiben waren heruntergekurbelt, also galt das Ganze sicher als "Ausflug in die Natur". Sonst habe ich den ganzen Tag keine anderen Menschen im Wald getroffen.

Im keltischen Baumhoroskop bin ich ein Ahorngeborener ;-)

Kalhygge vid Råhult

Gestern war dann Sonntag - und sonntags machen die Möwe und ich immer nur zusammen Ausflüge, da radel ich niemals alleine in den Wald. Wir sind zu der Wiese gefahren, die ich vor ein paar Wochen mit den anderen geharkt hatte. Dort gibt es im Wald auch einen ausgezeichneten Lehrpfad, wo man unter anderem auf der alten Reichsgrenze zwischen Norwegen und Schweden stehen kann. Das Gelände dort ist sehr geschichtsträchtig und man findet heute noch viele Spuren. Hätte ich ein bisschen mehr Essen eingepackt, hätten wir vielleicht den ganzen Lehrpfad gehen können, aber in dieser Hinsicht ist die Möwe wie ein schnurloser Rasierapparat: Ist der Akku alle, geht er nicht mehr.

Auf der Wiese haben wir gelegen...

... und wir haben Gras gekaut.

Riesenbutterblume

En en bär bär.

Igår vandrade vi tillsammans, Måsen och jag, för söndags får jag inte vistas ensam i ute-världen, det hade vi redan bestämt för en längre tid sedan. Vi åkte till Skändla, tittade på den äng som jag varit med om att faga i våras - och vi gick en del av den historieträktiga stig som slingar sig fram genom skogen där på Skändlaberg. Stigen är markerad med orangeröda prickar och det finns 43 tavlor med läsvärda texter om alla möjliga företeelser från gångna perioder, någon längre eller kortare tid tillbaka. Bland annat passerade vi den gamla riksgränsen mellan Sverige och Norge/Danmark, som ända till Roskilde-freden gick över hela Hisingen. (Nå ja, som Berlinare är man ju tränad i att stå med var och en fot på olika sidor av en före detta järnridå, så jag kände inte så speciellt mycket där på Skändlaberg...) Hade vi haft lite mera mat med oss, hade vi nog kunnat gå hela den stigen, men Måsen är i det avseendet som en batteridriven rakapparat: är batteriet slut, går den inte mer.

Stigen på Skändlas berg.

Pfingstmontag ist in Schweden kein Feiertag, eine gute Gelegenheit also für mich, raus ins Bad zu fahren, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen wegen vielleicht verpasster Online-Hilferufe von meinen deutschen Auftraggebern. Der Badeverein hat einen neuen Computer gekauft, man hat allerdings die Software vergessen - und also habe ich dort heute OpenOffice installiert. Es gibt auch einen schicken Laserdrucker, in den man nur einen USB-Stick mit einer PDF-Datei reinzustecken braucht - und schon hat man alles schwarz auf weiß, oder bunt auf weiß, je nach Bedarf. (Ich gehe, was Windows, Notebooks und Drucker angeht, mindestens fünf Jahre nach, aber das beunruhigt mich keineswegs. Noch hole ich aus meiner betagten Ausrüstung inhaltlich mehr heraus als die meisten Performancejäger mit ihren schnellen und smarten Maschinchen...) Vom Arbeitsplatz her ist das Bad natürlich perfekt: Sich nach getaner Arbeit mit einem Buch in der Sonne zu lümmeln, hin und wieder vorbeischwimmende Entenmütter mit ihrem Nachwuchs zu bestaunen oder ein bisschen mit nackten Männern über Computer zu snacken, das ist freilich das reine Vergnügen. ;-)

Barnfamilj utanför Saltholmen.

Annandagpingst är ju fortfarande helgdag i Tyskland och det betydde att inkorgen för mina tjänstemail inte behövde tömmas idag, eftersom den förblev ju tom hela dagen av sig själv. Jag sysslade istället med Kallbadhusets nya dator ute på Saltholmen, där man hade glömt att köpa med mjukvara för att skriva och att räkna med. Jag hjälpte till med OpenOffice som jag tycker har blivit ett ganska bra alternativ om man inte vill eller inte kan köpa Microsofts dyrbara produkter. Saltholmens styrelserum som arbetsplats är för övrigt inte så dumt, för efter att jobbet är gjort kan man sola, bada eller snacka datagrejer med äldre nakna män. Väldigt lustigt! ;-)

* * *

Was sonst noch passierte:


Am Samstag: Knapp 60.000 beim weltgrößten Halbmarathon!

Am Sonntag: Ich koche Lachs mit Brennesseln. Lecker!


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