Gestern wurden in Stockholm die Preise ausgeteilt. (Als Kind habe ich immer Nobelpreis gesagt, also mit Betonung auf der ersten Silbe.) Mein Nobelpreis geht dieses Jahr nach Island. Die haben zwar schon einen - und damit die höchste Nobelpreisträgerdichte auf der ganzen Welt - ja, weil sie so wenige sind. Trotzdem fällt mir in diesem Jahr nur dieser Isländer ein.
Der Buchjo war's, der mir im Frühling "Himmel und Hölle" zugesteckt hat.
Wirklich unglaublich, dieses Buch! Es handelt von Poesie, Liebe und einem vergessenen Anorak. Ein Gedicht kann einen also das Leben kosten - in einem Sechsmannruderer vor der isländischen Küste um 1900. Diese Geschichte hat mich lange nicht losgelassen.
Und so hat mir die Möwe zu meinem Geburtstag im Herbst ein weiteres Buch vom gleichen Autor geschenkt. Dieses mal auf Schwedisch. Das spielt mehr in der Gegenwart, ist ein bisschen weniger dramatisch, aber dafür wie ein kleiner Kosmos. Einer beginnt auf Latein zu träumen und schmeißt darauf seinen Job hin, um Astronom zu werden, alte Bücher zu lesen und mit Gelehrten auf der ganzen Welt zu kommunizieren. Ein anderer ist einfach nur Lkw-Fahrer. Aber er ist glücklich. Im Lagerhaus des Dorfes, das keine Kirche, keinen Friedhof und keinen Pfarrer hat, fängt es plötzlich an zu spuken, worauf die 50jährige Vorsteherin Hals über Kopf die Arbeit liegen lässt, um zu Hause ihren Mann zu verführen. Ich glaube nicht, dass ich schon einmal ein Buch gelesen habe, wo Lachen und Weinen so dicht beieinander liegen. Urkomisch und urtraurig. Und so dachte die Möwe wahrscheinlich, nun isse verrückt geworden, weil ich manchmal lauthals loslachte und nur kurze Zeit später losrannte, um mir ein Taschentuch zu holen. Dafür gibt es also meinen Literatur-Nobelpreis 2009.
Igår delades priserna ut i Stockholm. När jag var liten uttalade jag ordet Nobelpreis, alltså med betoning på första stavelsen. Adjektivet nobel kände jag redan på något sätt, däremot dynamitmannen hade jag inte alls hört talas om. Mitt Nobelpris i litteratur går till Island i år. Det var nämligen två böcker jag läste - en i våras och en nu på hösten - som jag inte kunde låta bli att tänka på en lång tid framöver efter att jag läst färdigt dem. En fick jag på tyska av bokhandlaren, den andra på svenska av Måsen i födelsedagspresent. Nej, jag har aldrig läst något liknande - och aldrig skrattat och gråtit med så kort mellanrum. Om ni vill skänka bort en udda bok i denna udda tid, då kan jag verkligen rekommendera den! Eller kanske ni vill läsa själva?