Mit meinem Fahrradhelm unterm Arm strecke ich ihm das Buch entgegen - und lasse den Schalk, der mir bis dahin nur im Nacken saß, nun mein ganzes Gesicht okkupieren: "Stell dir vor, ich bin extra aus Berlin bis hierher geradelt, nur um dir zu begegnen." Ha, Volltreffer! Aus seinem artigen Schriftsteller- Lächeln, mit dem er bis dahin die Frauen vor mir in der Schlange am Signiertisch bediente, wird verschmitzte Neugier. Richtige also, nicht nur höfliche. "Wie heißt du?" Sein Mumintroll-Finnlandschwedisch ist umwerfend.
Während wir über seine Heimatstadt sprechen, will er mir unbedingt ein paar Worte auf Deutsch in das Buch schreiben. Freilich, dass er außer Schwedisch, Finnisch und Englisch auch richtig gut Deutsch kann, das habe ich ja bereits in seinen Romanen erfahren. "Weißt du, nachdem ich dein Skrake-Buch gelesen hatte, wollte ich unbedingt in diese Stadt." Wir sagen Helsinki, aber die Finnlandschweden nennen sie Helsingfors. (Da wo ich früher wohnte, gibt es sogar eine Straße, die so heißt!) Und dass mich seine Stadt so sehr an Leningrad erinnert hat. Der weite Himmel, das Wasser und die hellen Gebäude.
Seit vier Romanen ist Kjell Westö mit dieser Stadt beschäftigt, mit ihren Menschen und ihren Entwicklungen. Ein ganzes Jahrhundert Helsinki auf mehr als zweitausend Buchseiten! Es ist nicht oft, dass ich mir so etwas antue, aber in diesem Fall ähnelt es einer Sucht. Die Figuren sind so echt und die Sprache irgendwie so herrlich schnoddrig-zärtlich. Na ja, dass ich ihn und seine Schreibe mag, das hat er ja nun mitgekriegt. Und ich bin sehr gespannt, wie er nach seinem literarischen Quartett dann weitermacht. Aber nun muss ich erstmal den letzten Band auslesen. Wie schön, dass es noch mehr als 400 Seiten sind!
Leider gibt es bisher nur zwei der vier Helsinki-Bücher auf
Deutsch. (Hier findet sich eine etwas älteren Rezension.)
Gå inte ensam ut i nattenJag har cykelhjälmen under armen och jag ler skälmaktigt medan jag räcker boken över till honom. "Tänk, jag har cyklat ända hit från Berlin bara för att få träffa dig!" Och det funkar faktiskt. Han slutar vara vänlig av artighet, istället blir han uppriktigt intresserad. Nyfiken. "Vad heter du?" Oj, vad jag gillar hans mumintrollsvenska!
Och medan vi snackar om hans hemstad - som jag älskar nästan lika mycket som han - vill han absolut skriva något på tyska i min bok. I denna bok alltså som egentligen är hans bok. Den första jag fick läsa av honom efter att bokhandlaren hade tipsat mig om den. Omslaget ser lite udda ut, man tänker nästan det är en bok om fisket. Men det är det inte. Fisket förekommer förstås, men annars är det en bok om Helsingfors och om en son, hans pappa och andra märkliga personer. Numera har det blivit fyra böcker kring samma miljö, fast med olika huvudpersoner. Den senaste kom ut alldeles nyss: Gå inte ensam ut i natten. Och lyckligtvis har jag mer än 400 sidor kvar! :-)
Kjell Westö ist - genau wie Kerstin Ekman - Linkshänder.
Helsinki, Anfang Oktober 2006