Dienstag, 17. Juni 2008

Neue Saiten aufziehen

Gestern ist mir in der Cello-Stunde plötzlich eine Saite gerissen. Peng!, sagte es - und ich saß da mit einem dreisaitigen Instrument. Ich muss wohl ein bisschen bescheuert dreingeschaut haben, denn Doris lachte und dann hielt sie mir ihr Cello hin. "Wann hast du denn die Saite draufgemacht?", fragte sie. Oooch, das war lange her. Mehr als zwei Jahre auf jeden Fall.

So hatte ich also gestern zum allerersten Mal ein fremdes Cello im Arm. Und genauso fühlte es sich auch an: Wie Fremdgehen. Zuerst ziemlich aufregend. Und dann: enttäuschend. Ich kam nicht richtig klar damit. Das Cello sprach viel schlechter an als meins und ich hatte heftige Probleme bei den Saitenübergängen. So, als wären die "Treppenstufen" plötzlich kleiner. Das ist ungewohnt und man stolpert dann. Wahrscheinlich muss man ein Profi sein, um diesem alten Instrument schöne Töne zu entlocken. Bei Doris klingt es ja immer makellos.

Aber nun gucke ich nochmal mit anderen Augen auf mein eigenes Cello. Es ist ein wunderbares Instrument, mit leichter Ansprache und einem schönen Klang, auch bei nicht ganz so professionellen Steicheleinheiten. (Wie ein gutes Pferd, Schwesterchen, das auch bei Reitanfängern willig ist und ihnen nicht das Leben extra schwer macht. Ist es nicht so?) Klar, wir hatten uns von Anfang an miteinander wohlgefühlt, das Bernstein-Cello und ich. Sehr sogar. Aber nun isses wohl Liebe... :-) Und ich muss zusehen, dass ich eine neue Saite aufziehe. So schnell wie möglich!


So hat der Geigenbauer das Cello beurteilt, als ich
2005 ein Wertgutachten habe anfertigen lassen.

* * *

Und das ist auch einer, der sein
Cello liebt. Ein herrliches Buch!


Min cello och jag

En sträng gick sönder igår, just under min cello-lektion. Det sa tydligt "pang!" och jag hade bara tre strängar kvar. Lite överraskad glodde jag på mitt instrument. Man räknar ju inte med detta. Doris, min cello-lärare, skrattade och frågade när jag hade installerat den där strängen. Det var länge sen, mer än två år tillbaka i alla fall.

Så fick jag alltså spela på Doris' cello igår. Men det kändes väldigt konstigt! Jag hade ju aldrig spelat på ett annat instrument än på mitt eget. Och då märkte jag för första gången vilken underbar lättspelbar violoncell jag äger. Visst låter även Doris' instrument jättefint. Men man behöver kanske vara ett proffs för att framlockar gyllene toner ur hennes cello. Jag lyckades inte riktigt bra med detta.

Nu tittar jag med andra ögon på mitt instrument än en gång. Vi har ju varit vänner förstås, min Bernstein-cello och jag, i några år. Men nu är det nästan kärlek... :-) Och jag måste skaffa en ny sträng så snart som möjligt!


Strängarna jag brukar använda kommer från Danmark.
www.larsenstrings.com

Kommentare:

Eithne hat gesagt…

Wenn einem ne Geigensaite um die Ohren fliegt, isses schlimmer... ich hab davon ne Narbe, ne ganz kleine, dünne... aber meine Geige hat Spuren hinterlassen....

Normalerweise ist es so, dass Celli, die leicht ansprechen, selten bei Anfängern landen.... es ist leichter, mehr Aufwand zu kennen und dann "zurückzugehen", wenn ein anderes leichter anspricht, als umgekehrt.... Umgekehrt fängt man dann an, mit Kraft zu arbeiten, um die gleiche Tonfülle zu bekommen....
Im Cellosinne ist "fremdgehen" für mich ne Wohltat von Zeit zu Zeit, weil mein Cello schwerer anspricht, als das von meinem Bruder oder meinem Lehrer....

Keri hat gesagt…

Du meinst also, es ist besser, wenn's am Anfang schwieriger ist?

Hm, weißt du, wenn ich mich am Anfang so abgequält und das Cello so rumgequietscht hätte, dann würde ich vielleicht die Lust verloren haben. Aber so hat mir das Instrument ein bisschen geholfen, bei der Stange, äh... der Saite zu bleiben. Und ich brauch' gar nicht fremdgehen! ;-)

Eithne hat gesagt…

prinzipiell spielen Anfänger wirklich mit mehr Druck auf die Saiten.... da wir nicht einfach Armgewicht genutzt, um die Saite zum klingen zu bringen, sondern noch Kraft draufgelegt, deswegen anfangs die verspannten Schultern, das Schulternhochziehen oder Haltungsfehler als Kraftausgleich... Hab ich nach nunmehr 6 Jahren Cello immer noch...