Dienstag, 25. März 2008

Feuilleton = Följetong?

Ordet feuilleton eller följetong (Jösses, mina kära svenska vänner, vad gör ni blott med alla dessa fina franska ord?!?) har på tyska olika betydelser och används mest för "kulturrubriken av en tidning" och egentligen nästan aldrig för en berättelse som publiceras i flera avsnitt.

Under min senaste Göteborg-resa hamnade måsen och jag någon kväll av en slump i radioföljetongen på P1. Rösten som hördes kände jag igen genast. Det var Slas som läste upp någon av sina böcker! Nu här hemma framför min lilla dator kunde jag plocka ihop alla bokens delar - och om du är intresserad i de färdiga mp3-filerna av "Brev till en hembygdsgård" så behöver du bara skriva till mig. Ljudboken är klar!



In Schweden geht man nicht besonders feinfühlig mit Wörtern um, die aus anderen Sprachen entlehnt wurden. Sie werden einfach "eingeschwedischt". Thomas hat auf fiket.de darüber schon einmal etwas ausführlicher geschrieben und mit Hilfe seiner Kommentatoren auch allerhand kuriose Beispielwörter zusammengesammelt.

Beim Wort
följetong (Feuilleton!) wurde aber nicht nur die Schreibweise verändert, sondern auch die ursprüngliche Bedeutung. Während wir unter einem Feuilleton den Kulturteil einer Zeitung verstehen oder einen unterhaltsamen und lehrreichen Artikel, meint man in Schweden damit eigentlich immer einen Fortsetzungsroman. Die Radiosendung, in der jeden Tag ein Stück aus einem Buch vorgelesen wird, heißt daher Radioföljetongen. Hat man sich da vielleicht ein bisschen vom schwedischen Wort följa (folgen) verleiten lassen?


FAZ-Feuilleton

Kommentare:

Nudel hat gesagt…

Feuilleton ist französisch und heisst überstetz
rad., tel. Sendefolge;
Hörfunk-,Fernseh-serie

Feuillet -ein Blatt Papier
feuilleter-Buch durchblättern

Keri hat gesagt…

Aber was bezeichnete man in Frankreich mit "Feuilleton", bevor es Hörfunk und Fernsehen gab? Eine Geschichte mit mehreren Teilen, von der jeden Tag etwas in einer Zeitung oder so abgedruckt war?

Ich finde es interessant herauszufinden, wie solche "internationalen" Wörter in den verschiedenen Ländern teilweise unterschiedliche Bedeutungen bekamen. Obwohl sie doch schließlich von einem "Mutterwort" abstammen...

Eithne hat gesagt…

Man begann Anfang des 18. Jahrhunderts dem Journal des Débats ein Blättchen mit Theaternachrichten und -kritiken beizulegen. Der Begriff selber entwickelte sich mit der Französischen Revolution.... La feuille ist das Blatt, ein Feuilleton also eine Art Blattsammlung in Zeitungen - wenn mans "littéraire" nimmt....
So würde ich's sehen, aber ich bin keine Sprachwissenschaftlerin, und "Galloromanistik" auf Lehramt sieht solche Sachen nicht wirklich vor, zu wissen ^^

Keri hat gesagt…

Galloromanistik? Heißt das wirklich so? Was gibt's denn noch für Romanistiken?

Die Sache mit dem Feuilleton und der Fortsetzungsgeschichte hab ich jetzt nochmal genauer in der Wikipedia nachgelesen:

Anfang des letzten Jahrhunderts wurden im Feuilleton vermehrt Fortsetzungsromane veröffentlicht, diese erfreuten sich sehr großer Beliebtheit bei den Lesern und waren in zweierlei Hinsicht für den Verlag sehr nützlich, erstens wurden die Leser somit an die jeweilige Zeitung sehr gut gebunden und zweitens waren sie ein preisgünstiges Mittel die Lücken im Blatt zu schließen.

Aha.

Da ich keine Tageszeitung lese: Gibt es denn heute noch Fortsetzungsgeschichten in den Zeitungen? Wenn ja, was sind das für welche?

krakri hat gesagt…

Keri, das mit der Galloromanistik ist so eine Sache. Die Romanistik oder auch Romanische Philologie hat aus historischen Gründen viele Namen. Auf jeden Fall gibt es noch Iberoromanistik. In den anderen Fächern heißt es allerdings Lusitanistik, Italianistik und Rumänistik. An meiner Uni allerdings gibt es u.a. Französistik, Italianistik und Hispanistik. Ich studiere (noch) Italianistik und Französistik. Da ich zwei romanistische Fächer habe, darf ich auch laut Studienordnung mich als Studentin der Romanistik ausgeben. Jetzt habe ich dich verwirrt, oder?

Und Fortsetzungsgeschichten gibt es auf jeden Fall noch in der Freien Presse.

Eithne hat gesagt…

hier in Rostock heißt das alles Romanistik.... aber Romanist ist eigentlich jemand, der sich mit möglichst allen romanischen Sprachen (11 an der Zahl ^^) beschäftigt, davon aber mindestens zwei kann.... Galloromanistik ist die Romanistik Galliens/Frankreichs .... den Begriff hab ich von einer Dozentin, die hier für Verwirrung sorgte, als sie den Begriff für die französische Romanistik brachte - mir gefällts.... ^^

Ich würde mich ungern als "Romanistin" bezeichnen, weil ich nur eine einzige rom. Sprache spreche und schreibe.... bei zwei Sprachen sähe das für mich auch anders aus.... Von daher in meinem Fall: Geschichte und Galloromanistik .....

ist es ganz schlimm verwirrend ? (wenn ja: pardonne-moi)

Keri hat gesagt…

Du lieber Himmel! Französistik! Na, zum Glück hast du zwei Sprachen gemacht, sonst wärst du jetzt nur eine halbe Romanistik-Studentin...

Aber mit den skandinavischen Sprachen gibt es nicht so ein Gewese, oder?

...

Und was ganz anderes: Ich habe vor einer Weile die Klemperer-Tagebücher gelesen. Habt ihr denn seine Bände über "Die Geschichte der französischen Literatur" im Studium verwendet?

Keri hat gesagt…

Oh, mein Kommentar war 'ne Antwort auf Krakris Erläuterungen.

Nein, es ist nicht verwirrend, Eithne! Ich verstehe sehr gut, was du meinst. Wenn man Skandinavistik studiert, dann muss man ja auch zwei nordische Sprachen lernen. Und du machst eben nur eine romanische Sprache und dann noch Geschichte. Da ist man dann ein halber Historiker und halber Romanist. Und irgendwann ein ganzer Lehrer! Oder? ;-)

krakri hat gesagt…

Im Herzen bin ich Rätoromanistin, schließlich schreibe ich meine Abschlussarbeit ja über das Ladinische in den italienischen Alpen. Siehst du, Keri, die Rätoromanistik habe ich völlig vergessen. ;-) (Und dann habe ich ja auch noch DaF studiert. Oh weh, dann bin ich quasi eine Romanist-Dafler-In.. wäre ich mal Architektin geworden. Das wär leichter!)

Eithne,wir hier in Leipzig müssen z.B. fachübergreifende Veranstaltungen besuchen, in denen wir auch viel mit Spanisch, Portugiesisch, Rumänisch usw. zu tun haben. Wie das jetzt allerdings mit den BA/MA aussehen wird, weiß niemand. Ich trauere ein bisschen der alten Zeiten nach..

Bei den nordischen Sprachen gibt es keine so extremen Unterschiede, glaube ich. Dies liegt vermutlich auch an der sprachlichen Entwicklung. Norwegisch,Dänisch und Schwedisch (die anderen lasse ich mal weg!) sind aus linguistischer Sicht viel näher verwandt als rumänisch und portugiesisch. Sicher haben sich die romanischen Sprachen aus dem "Volkslatein" viel weiter voneinander entfernt entwickelt als die nordischen Sprachen untereinander.

Keri, die Tagebücher Klemperers habe ich auch verschlungen. Leider spielen seine Werke nur eine kleine Rolle. Die Literaturwissenschaft/Kulturwissenschaft beschäftigt sich im Moment nur zu einem kleinen Teil mit Literatur.

Eithne hat gesagt…

klar werd ich ein ganzer Lehrer ;)

@krakri:
hier in HRO läuft auch vieles parallel (Sprachwissenschaft für Frz und Span zusammen), ich sprech trotzdem nur Französisch und komm damit ganz gut durch.... aber im Lehramt ist sowieso so viel Romanistikfächerübergreifendes gar nicht drin....

Mal sehen ob ichs in Rostock noch schaffe, in den Schwedischkurs der Uni zu kommen, nur der ist immer zu unmöglichen Zeiten ;)